
„Da gehe ich auf die Barrikaden“
Deutscher Skifahrer erreicht Olympia-Norm – darf aber nicht starten
Aktualisiert am 25.01.2026 – 14:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Skirennläufer Linus Vogt hat in Kitzbühel sein bisher bestes Weltcup-Ergebnis eingefahren. Der Deutsche Skiverband gerät in die Bredouille, und Felix Neureuther wütet.
Sein Ergebnis bezeichnete Linus Vogt am Ende als „saugeil“. Platz acht beim Skirennen auf der berüchtigten Streif in Kitzbühel ist die bisher beste Weltcup-Platzierung für den 23-Jährigen. „Ich glaube, man hat es im Ziel gesehen, ich habe mich richtig gefreut“, denn „es war ein bisschen unerwartet“, gab er im Nachhinein selbst zu.
Durch seine Platzierung erreichte der Skirennfahrer am Samstag auch die Olympia-Norm, doch er wird höchstens über Umwege dabei sein. Denn der Deutsche Skiverband (DSV) hatte Vogt zwar beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vornominiert, doch die fünf Startplätze, die der Skiweltverband Fis Deutschland zugeteilt hat, sind bereits an Linus Straßer, Simon Jocher, Alexander Schmid, Fabian Gratz und Anton Grammel vergeben.
Das Problem: Grammel hat die Olympia-Norm nur zur Hälfte erfüllt und Alexander Schmid kam zur offiziellen Einkleidung auf Krücken. Er hatte sich bei einem unterklassigen Wettkampf einen Bruch am Knöchel zugezogen.
Schmid schilderte selbst: „Ich bin sehr positiv.“ Drei Spezialisten hätten ihm gesagt, dass eine Genesung bis zu den Rennen in Norditalien möglich sei. „Ich denke, ich sollte auf jeden Fall grünes Licht bekommen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur vergangene Woche.
Dass ein bereits nominierter Fahrer wieder gestrichen wird, ist unwahrscheinlich. Männer-Cheftrainer Christian Schweiger hätte jedoch Vogt gern als Ersatzfahrer dabei. „Man weiß ja nicht, was passiert, wenn unser Qualifizierter nach dem ersten Training verletzt ist.“ Eine Lösung müssen nun DSV, DOSB und Fis finden. An den sportpolitischen Gedankenspielen wollte sich Trainer Schweiger nicht beteiligen. „Jetzt schauen wir mal, was in den nächsten Tagen passiert.“
Vogt selbst hat sich mit dem Thema bereits abgefunden, denn er habe schon vor dem Achtungserfolg in Kitzbühel akzeptiert, dass Olympia für ihn kein Thema sei. „Alle, die nominiert sind, stehen da auch berechtigt.“ Sollte es doch noch klappen, wäre es „mega, aber es liegt nicht in meinen Händen“.
Für Felix Neureuther ist die Situation unverständlich. „Wir haben einen jungen Athleten, der die Olympia-Qualifikation schafft, aber nicht mitgenommen werden darf. Das ist ein Traum, den du als Kind hast. Du erfüllst das Kriterium – und wenn der dann nicht mitgenommen wird, gehe ich auf die Barrikaden. Das kann nicht sein“, sagte er in der ARD.










