
„Größte Produktion von Drogen dieser Art“
Rentner gewinnt im Lotto und baut Drogen-Imperium auf
29.01.2026 – 14:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Brite gewinnt 2,4 Millionen Pfund im Lotto. Doch statt in den Ruhestand zu gehen, baut er ein riesiges Drogen-Netzwerk auf. Jetzt muss er für viele Jahre ins Gefängnis.
Ein 80 Jahre alter Mann aus der Nähe von Wigan ist wegen seiner Rolle in einer kriminellen Bande zu 16 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das hat das Gericht im britischen Bolton entschieden. John S. ist laut dem Urteil mitverantwortlich für die Herstellung und den Verkauf von gefälschten Medikamenten im „industriellen Maßstab“.
Insgesamt soll seine Bande Drogen im Wert von 288 Millionen Pfund (umgerechnet mehr als 332 Millionen Euro) verkauft haben. Die britischen Medien sprechen von einem „Drogen-Imperium“, wie unter anderem auch der „Guardian“ titelte. Der Richter sprach von der „größten Produktion von Drogen dieser Art, die jemals von der Polizei aufgedeckt wurde“.
John S. hatte im Jahr 2010 rund 2,4 Millionen Pfund in der National Lottery gewonnen. Trotzdem habe er, so der Richter bei der Urteilsverkündung, weiterhin ein kriminelles Leben geführt.
Die Gruppe stellte demnach Tabletten her, die aussahen wie das bekannte Beruhigungsmittel Diazepam. Sie sollen dann über den Schwarzmarkt verkauft worden sein. John S. stellte dafür laut Gericht nicht nur sein Haus zur Verfügung, sondern auch Maschinen im Wert von mehreren tausend Pfund.
Neben der Beteiligung an der Herstellung und Lieferung von sogenannten Drogen der Klasse C wurde der 80-Jährige auch wegen Besitzes von Schusswaffen und Munition sowie wegen Justizbehinderung verurteilt.
Während des Prozesses hatte die Verteidigung von John S. versucht, einen der Mitanklagenden als den Kopf der Bande hinzustellen. Doch ein Gruppenchat belegte die zentrale Rolle des Rentners. Darin hatte der 80-Jährige geprahlt, dass „Elon [Musk] und Jeff [Bezos] besser aufpassen sollten“– eine Anspielung auf die lukrative Größe seiner Geschäfte.
Drei weitere Männer wurden ebenfalls zu Haftstrafen verurteilt, darunter der Sohn von John S. Er muss nun für neun Jahre ins Gefängnis. Ein weiterer Mann war bereits 2024 zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.










