
Altes Militärgelände bei Frankfurt
Wo einst Flugzeuge starteten, ist heute ein verbotener Lost Place
05.02.2026 – 18:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Der alte Fliegerhorst bei Eschborn hat viele Wandlungen erlebt – vom Nazi-Flugplatz bis zum verbotenen Lost Place. Was Besucher dort heute noch sehen können.
Nordwestlich von Frankfurt liegt ein sogenannter Lost Place mit einer bewegten Geschichte: der Fliegerhorst Eschborn. Im Zweiten Weltkrieg war er ein Stützpunkt der deutschen Luftwaffe, danach ging er an die US-Army über. Es folgten ein langer Leerstand und Verfall. Genau das zog Menschen immer wieder an diesen mysteriösen Ort.
Der alte Flugplatz liegt heute im Arboretum Main-Taunus: Ein Park mit über 600 Baum- und Straucharten, die die alten Rollwege und die ehemalige Startbahn umgeben. Markantestes Relikt ist ein großer Flugzeughangar mit freitragender Dachkonstruktion. Er steht heute unter Denkmalschutz – und erzählt vom Wandel eines Ortes, der im 20. Jahrhundert mehrfach seine Rolle wechselte.
Der Fliegerhorst entstand ab 1937 auf einem Gebiet, das heute größtenteils zu Eschborn gehört – Teile lagen auch auf dem Boden von Schwalbach und Steinbach im Taunus. Während des Zweiten Weltkriegs diente der Standort als Militärflugplatz der Luftwaffe der Wehrmacht.
Im August 1944 wurde der Flugplatz bei einem Luftangriff schwer beschädigt. Nur wenige Monate später, Ende März 1945, rückten US-Truppen ein, sicherten das Gelände und machten es wieder flugtauglich. In den folgenden Wochen starteten von Eschborn aus amerikanische Kampfflugzeuge und Transportmaschinen.
Nach Kriegsende übernahm die US-Armee das Gelände dauerhaft. Zunächst als Luftwaffenbasis genutzt, wurde der militärische Flugbetrieb bald eingestellt. In den 1950er-Jahren entstand hier das „Camp Eschborn“, das Pionierverbänden der US-Armee als Standort diente – bis zum finalen Abzug der Streitkräfte im Jahr 1992.
Mit dem Rückzug des Militärs begann die Umnutzung. Bereits 1981 hatte das Land Hessen einen Teil des Areals übernommen. Als Ausgleich für die Rodungen rund um den Frankfurter Flughafen wurden hier Bäume gepflanzt.
In den 1980er-Jahren kursierten Gerüchte, unter dem Gelände seien deutsche Jagdflugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg vergraben – versteckt vor den anrückenden Alliierten. Fachleute und Kampfmittelräumdienste widerlegten die Geschichten später eindeutig.
Auf dem Gelände befinden sich neben dem Hangar 4 noch die Reste zweier weiterer Flugzeughallen. Diese wurden deutlich stärker beschädigt. Insgesamt gab es fünf Hangars auf dem Flugplatz.
Die Geschichte des Geländes war jedoch nicht nur eine botanische. Jahrzehntelang lagerten hier Kraftstoffe, Öle und andere Gefahrstoffe – die den Boden und das Grundwasser belasteten.
Hinzu kommen Munitionsreste: Wiederholt werden bei Bauarbeiten verdächtige Gegenstände gefunden. Feuerwerker sind auf den Baustellen regelmäßig im Einsatz, der Aushub wird untersucht und abgeschirmt. Auch deshalb ist das Gelände selbst jetzt nicht frei zugänglich.










