
Nach Protesten
LMU kippt umstrittene Palästina-Veranstaltung
18.11.2025 – 00:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Vortragsreihe an der LMU München sollte palästinensische Wissenschaftler zu Wort kommen lassen. Doch dann hagelte es Kritik.
Die Ludwig-Maximilians-Universität München hat eine für Ende November geplante Lehrveranstaltung abgesagt. Die Veranstaltung „The Targeting of the Palestinian Academia“ sollte mit Vortragenden der Jerusalemer Al-Quds-Universität sowie der Birzeit-Universität in der Nähe von Ramallah stattfinden.
Mehrere CSU-Politiker hatten zuvor eine Prüfung der Veranstaltung und ihrer Referenten gefordert. Landtags-Fraktionschef Klaus Holetschek reagierte damit auf Bedenken des Netzwerks Jüdischer Hochschullehrender.
Holetschek erklärte: „Nicht nur die Themen einiger Vorträge, auch Äußerungen der eingeladenen Gäste lassen an der einseitigen Stoßrichtung der Veranstaltung keine Zweifel.“ Wenn Referenten von einem israelischen „Gefängnisregime“ fabulierten, „unnachgiebige Gewalt“ beklagten und dem Staat Israel eine „genozidale Kriegsmaschinerie“ vorwürfen, sei eine sachliche wissenschaftliche Auseinandersetzung nicht ansatzweise in Sicht.
Bayerns Antisemitismus-Beauftragter Ludwig Spaenle und Holetscheks Stellvertreter Winfried Bausback (beide CSU) äußerten sich ähnlich. Sie griffen die Argumentation auf, mit der sich zuvor das Netzwerk jüdischer Hochschullehrender in einem offenen Brief an die Hochschule gewandt hatte.
Die Hochschullehrer beklagten in ihrem Schreiben die fehlende wissenschaftliche Balance der geplanten Veranstaltung und forderten einen besseren Schutz jüdischer Studierender. Auch der jüdische Wissenschaftler Michael Wolffsohn hatte sich geäußert.
Die Universität kündigte an, neue Formate zu erarbeiten, die auch für derartig aufgeladene Themen geeignet seien. „Die Freiheit der Wissenschaft ist ein hohes Gut, es bestanden in diesem Fall aber Zweifel, ob es sich um eine wissenschaftliche Veranstaltung auf dem erforderlichen Niveau gehandelt hätte“, hieß es zur Begründung. Die LMU trage ihrem Anspruch Rechnung, die Freiheit der Wissenschaft, die freie Rede, die sachliche Austragung von Konflikten sowie Respekt gegenüber unterschiedlichen Auffassungen zu leben.
Wissenschaftsminister Markus Blume unterstützte die Entscheidung: „Die Hochschulleitung hat meine volle Rückendeckung für die Absage. Der aufgezeigte Weg ist richtig.“ Hochschulen seien Orte für offenen Diskurs, „aber ganz sicher kein Forum für politische Propaganda oder gar Hass und Hetze“.










