
Literat der Prinzen-Garde
Kölner Karnevalist rechnet mit Party-Karneval ab
22.01.2026 – 05:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Kölner Karneval steht vor einem Wandel. Ein 38-jähriger Literat bezieht nun klar Position – und wählt dafür eine selbstironische Bezeichnung.
Dennis Hille ist 38 Jahre alt, organisiert Karnevalssitzungen und bezeichnet sich selbst als „jüngsten alten weißen Mann im Kölner Karneval“. Was provokant klingt, ist für den Literaten der Prinzen-Garde Köln ein bewusstes Statement.
In einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ bezog Hille klar Position zur Zukunft des Kölner Karnevals. „Es heißt immer, der Karneval verändere sich. Das ist auch gut so“, sagte er. Und weiter: „Ich glaube aber, dass die Leute das klassische Sitzungsformat mit drei Rednern, drei Bands, Tanzgruppe und Aufzug eines befreundeten Korps auch in der Zukunft noch sehen wollen.“
Einer reinen Party-Ausrichtung erteilte er eine Absage: „Es wird nicht nur auf Karnevalspartys hinauslaufen, wo sich die Leute einfach nur besaufen.“ Deshalb nenne er sich scherzhaft den „jüngsten alten weißen Mann im Kölner Karneval“, wenn es um Tradition gehe. „Es ist mir sehr wichtig, dass diese erhalten bleibt.“
Hille feiert in der laufenden Session sein elfjähriges Jubiläum als Literat, so heißen im Kölner Karneval die Organisatoren, die Künstler buchen und für den reibungslosen Ablauf der Sitzungen sorgen. Zum Amt kam er mit nur 28 Jahren, nachdem sein Vorgänger Josef Lutter unerwartet gestorben war.
„Ich bin bis heute unserem Präsidenten Dino Massi und unserem Sitzungsleiter und Ex-Prinz Marcus Gottschalk dankbar. Sie haben mir trotz meines Alters ihr Vertrauen geschenkt“, sagte Hille. Seine Aufgabe sehe er nicht als Last: „Für mich ist es kein Ehrenamt, sondern ein ganz besonderes Privileg. Ich liebe und lebe den Karneval.“










