Erst im Dschungelcamp, jetzt im Gerichtssaal: In München trifft Lilly Becker auf einen früheren Freund, der jetzt Geld von ihr zurückfordert.
Von der einstigen Verliebtheit zwischen Lilly Becker und Pierre Uebelhack scheint am Mittwochvormittag im Gerichtssaal 28 im Münchner Justizpalast nichts mehr übrig zu sein. Vielmehr erinnert der Zivilprozess zwischen den beiden an einen Rosenkrieg. Uebelhack wirft Becker vor, sie schulde ihm rund 182.000 Euro – nach seinen Angaben Geld, das er Becker nur geliehen habe. Becker streitet das ab und sagt, die Zahlungen seien ein Geschenk während ihrer Beziehung gewesen.
Der Prozess hat unter großem Medieninteresse am Mittwochmorgen pünktlich um 10 Uhr begonnen. Doch es ist nicht das erste Mal, dass die beiden vor Gericht geladen sind. Zu dem Prozessauftakt am Valentinstag vor zwei Jahren erschien allerdings nur Uebelhack. Damals sprach sich der Richter für eine friedliche Einigung aus, die allerdings nicht zustande kam. An diesem Mittwoch wird deutlich, warum: Die Fronten sind verhärtet. Weder Becker noch Uebelhack wollen von ihrem Standpunkt abweichen.
Zahlreiche Kameras waren zu Prozessbeginn auf die frischgebackene Gewinnerin der TV-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ gerichtet. Eigentlich hätte der Gerichtstermin bereits am 22. Januar stattfinden sollen, doch er wurde auf Antrag von Becker verschoben, damit sie an der RTL-Show teilnehmen konnte.
Sie war am Mittwochmorgen persönlich vor Gericht erschienen. Wegen des großen Medienandrangs musste die Verhandlung in einen größeren Gerichtssaal im Justizpalast verlegt werden. Auch der Kläger erschien vor Gericht. Drei Zeugen wurden im Verlauf der Verhandlung gehört, einer davon via Video. Sie alle sollen ein freundschaftliches Verhältnis zu mindestens einem der beiden haben.
Nicht nur beim Thema Geld gehen die Meinungen der beiden Parteien auseinander. Auch über die Art ihrer Beziehung, wenn man sie überhaupt als solche bezeichnen kann, herrscht Unklarheit. Während Uebelhack der Meinung ist, von Anfang an sei klar gewesen, dass die beiden kein Paar gewesen seien, spricht Becker von den beiden als „Team“.
Pierre Uebelhack sagte aus, er habe Lilly Becker und ihren Sohn nach der Trennung von Tennis-Legende Boris Becker finanziell unterstützt. Aus dieser Zeit stamme die jetzt zurückgeforderte Summe.
Er habe ihr daraufhin ein Darlehen gegeben, und darüber seien auch Verträge abgeschlossen worden, sagte Uebelhack. Vom Richter nach dem damaligen Verhältnis zu Becker gefragt, sagte er: „Ich spreche nur von mir. Ich war verliebt, wir waren aber beide sehr schnell der Meinung, dass die Beziehung keinen Sinn macht.“ Lilly Becker schüttelte mehrfach den Kopf und zog die Augenbrauen hoch.
In ihrer Aussage widersprach Lilly Becker wenig später den Darstellungen. Sie hätten eine sehr ernste Beziehung geführt. „Es ist eine Lüge, dass wir niemals ein Paar waren“, sagt sie. Auch über eine Verlobung sei gesprochen worden. Während Becker spricht, fixiert sie Uebelhack, will Blickkontakt herstellen. Doch der schaut in Richtung des Richters, würdigt sie keines Blickes. „Du hast es angeboten“, spricht sie ihn direkt an und bezieht sich damit auf die Zahlungen, die sie in den Jahren 2018 und 2019 von ihm erhalten hat.