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Home » Lidl, Kaufland und Co.: Schwarz-Gruppe plant Milliarden-Rechenzentrum
Wirtschaft

Lidl, Kaufland und Co.: Schwarz-Gruppe plant Milliarden-Rechenzentrum

By zeit-heute.deAugust 27, 20263 Mins Read
Lidl, Kaufland und Co.: Schwarz-Gruppe plant Milliarden-Rechenzentrum
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In Dummerstorf sollen die Kapazitäten zunächst einmal für den Bedarf der Schwarz-Gruppe selbst genutzt werden – also für Daten aus Liefer- und Bestellprozessen, Bezahlvorgängen und Kundenbindungsprogrammen. Gleichzeitig „würde das Rechenzentrum die weitere Entwicklung und Skalierung souveräner IT-Lösungen stärken“, hieß es in einer Pressemitteilung. Bis 2045 könnte das Datenzentrum demnach auf eine Anschlussleistung von einem Gigawatt ausgebaut werden.

Windkraft als Standortvorteil

Obwohl Rechenzentren für die Digitalisierung der Wirtschaft wichtig sind, ist ihr Aufbau nicht unumstritten. In den USA gibt es etwa kurz vor den Midterms in einigen Bundesstaaten Streit – wegen Lärms und des großen Strom- und Wasserverbrauchs für die KI-Fabriken. Die massiv ausgebaute Windkraft an der Ostseeküste ist damit auch ein Vorteil für den Aufbau eines solchen Datenzentrums. Schwarz nennt „die hohe Verfügbarkeit von nachhaltig produziertem Strom, unter anderem aus On- und Offshore Windkraft“ selbst als Faktor für die Standortentscheidung.

Mecklenburg-Vorpommern deckt aktuell bereits mehr als die Hälfte seines Stromverbrauchs aus Windenergie. Rein rechnerisch produziert das Land sogar deutlich mehr Windenergie als es selbst an Strom verbraucht. Bislang wird ein Großteil des Stroms über Hochspannungsleitungen in den Süden Deutschlands geführt. Da es in Dummerstorf einen Anschluss an das Höchstspannungsnetz gibt, kann der Strom relativ effizient bis zur Anlage transportiert werden. Das Klima im Norden Deutschlands begünstige außerdem eine wirkungsvolle Kühlung, teilte Schwarz mit. Immerhin müssen die teuren Server vor Überhitzung geschützt werden.

Angedacht ist bei der Anlage bei Rostock aber auch eine Nutzung der Abwärme für die Wärmeversorgung der Hansestadt. Mit den Stadtwerken sei eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet worden. In Lübbenau gibt es bereits eine ähnliche Abmachung zur Nutzung der Abwärme.

Booster für den Landtagswahlkampf?

Wie stark die Landesregierung von der Ankündigung der Milliardeninvestition profitieren kann, bleibt abzuwarten. Die Windkraft ist bei vielen Bürgern umstritten. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wird zwar nicht müde, kurz vor der Landtagswahl die Vorteile billiger grüner Energie zu betonen. Die könne im Land für fünf Cent pro Kilowattstunde produziert werden, sagte sie bei mehreren Wahlkampfveranstaltungen.

Sie forderte aber zugleich die Energieproduzenten auf, die Preise an die Unternehmen und Verbraucher im Land weiterzugeben. Zugleich sollen Kommunen und Bürger der Orte, in denen große Windkraftanlagen stehen, an den Gewinnen beteiligt werden, um die Akzeptanz zu fördern.

Das neue Rechenzentrum dürfte als Beleg dafür gelten, dass mithilfe der Windkraft neue Industrien ins Land gelockt werden. Es entstehen Tausende Arbeitsplätze während des Baus, nach Unternehmensangaben auch 120 Jobs für Hochqualifizierte im Betrieb. Durch Wartung, Instandhaltung und Dienstleistungen profitieren auch zahlreiche regionale Unternehmen im Umfeld des Rechenzentrums. Doch dem ganz praktischen Nutzen stehen viele Vorurteile entgegen. Viele Menschen sind skeptisch gegenüber Künstlicher Intelligenz, sie fürchten, dass die Digitalisierung ihren Arbeitsplatz bedrohe.

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