Nach dem Spiel gegen die Schweiz stehen hinter dieser Annahme aber mal wieder mehr Frage- als Ausrufezeichen. Sané ließ im vorletzten Spiel vor der Kadernominierung für die Weltmeisterschaft mal wieder eine Möglichkeit, sich nachhaltig aufzudrängen, ungenutzt. Bezeichnend: Ersatzmann Lennart Karl hatte die Schweizer Defensive nach rund 15 Minuten schon mehr in Verlegenheit gebracht als Sané in über einer Stunde.
Hat der frühere Schalker also kurz vor der WM mal wieder eine seiner noch wenigen Chancen beim Bundestrainer verspielt? „Da gibt’s schon noch weitere“, sagte Nagelsmann auf t-online-Nachfrage bei der Pressekonferenz nach der Partie in Basel und stellte klar: „Ich erwarte jetzt nicht immer von einem Spieler, dass er zwei Tore schießt und drei vorlegt, sondern da geht’s um das Gesamtbild.“ Sané habe seiner Meinung sein Können aufblitzen lassen. „Und das ist auch das Entscheidende, dass wir das schon sehen.“
Gleichzeitig ließ der Bundestrainer durchblicken, dass auch er nicht vollends zufrieden mit Sanés Leistung war. „Er muss, er kann, finde ich, heute in der ein oder anderen Situation es noch intensiver machen und noch besser machen“, betonte Nagelsmann, der aber auch versuchte, die Situation seines Schützlings richtig einzuordnen. Sané erhalte grundsätzlich viel Spielzeit bei seinem Verein Galatasaray, sei aber in den vergangenen Wochen in einigen entscheidenden Spielen nicht zum Einsatz gekommen. „Diesen Rhythmus muss man auch schon immer auch ein bisschen mit berücksichtigen“, so Nagelsmann.
Der Bundestrainer gibt sich also vorerst noch gnädig mit Sané – womöglich auch mit der Hoffnung verbunden, dass dieser das Vertrauen schon im nächsten Test gegen Ghana zurückzahlen und jegliche Diskussion um ihn mit Blick auf die WM im Keim ersticken wird. Dass er gegen die Afrikaner wieder auf ihn setzt, daran ließ Nagelsmann dementsprechend auch keinen Zweifel. „Er hat am Montag die nächste Chance, es noch besser zu machen“, sagte der Coach. Im besten Fall ist das in Basel zurückgekehrte Sorgenkind dann vielleicht gleich wieder keines mehr.










