
Unheimlicher Lost Place
Ehemalige Fabrik in Dörverden birgt alte Gefahren
Aktualisiert am 17.02.2026 – 19:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Versteckt im Landkreis Verden schlummert ein verlassener Ort mit einer unheimlichen Aura und einer tragischen Vergangenheit. Das Betreten ist jedoch lebensgefährlich.
Versteckt zwischen Bäumen und Gestrüpp stehen an der B215 in Drübber bei Dörverden die Ruinen der Eibia, einer ehemaligen Schießpulver-Fabrik. Im Zweiten Weltkrieg war die Eibia der größte Rüstungsbetrieb im Landkreis Verden. Die Anlage erstreckte sich auf einer Waldfläche von rund 385 Hektar und bestand aus 273 Gebäuden, sieben davon lagen unterirdisch, schreibt das Portal „relikte.com“.
Dort arbeiteten etwa 1.450 Menschen, zum größten Teil waren sie Zwangsarbeiter aus dem Ausland. 1941 begann in der Fabrik die Produktion von Pulver für Pistolen- und Langwaffenpatronen. Auch sogenanntes A-Pulver, ein chemischer Kampfstoff, wurde in Dörverden produziert.
Die Zwangsarbeiter wurden in drei Lagern untergebracht und lebten unter entsetzlichen Bedingungen. Die Arbeit in der Schießpulver-Fabrik sei hart gewesen, Essen habe es nicht genug gegeben, so der Landkreis Verden. Außerdem seien die verwendeten Chemikalien überaus gesundheitsschädlich für die Arbeiter gewesen.
Einige Gebäude der Schießpulver-Fabrik wurden nach dem Zweiten Weltkrieg als Lager genutzt. Die britischen Besatzungstruppen betrieben etwa das „Montgomery Camp“, wo 1.000 Menschen (unter anderem Flüchtlinge, Soldaten, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter) untergebracht wurden.
Viele Gebäude der Anlage wurden nach dem Krieg gesprengt, manche sind aber noch erhalten. Zwischenzeitlich befand sich die Niedersachsen-Kaserne der Bundeswehr auf dem Areal. Heutiger Eigentümer der Fläche ist die Eickhofer Heide GmbH & Co KG. Auch wenn das Waldgebiet bei Spaziergängern beliebt ist, sollten die ehemaligen Eibia-Flächen auf keinen Fall arglos betreten werden.










