
Neue Studie zeigt
Prostatakrebs: Lange Hormontherapie bringt oft kaum Vorteile
Aktualisiert am 26.11.2025 – 14:00 UhrLesedauer: 3 Min.
Fortgeschrittener Prostatakrebs benötigt meist eine Hormontherapie. Aktuelle Leitlinien sind laut einer neuen Studie für viele Patienten nicht immer geeignet.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Wird er erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, kommt in vielen Fällen eine Kombination aus Bestrahlung und Hormonentzugstherapie zum Einsatz. Letztere senkt den Testosteronspiegel im Körper, weil das Hormon das Wachstum von Prostatakrebszellen fördert.
Damit hemmt die auch als Androgendeprivationstherapie (ADT) bekannte Therapie das Tumorwachstum zwar effektiv. Für viele Patienten bedeutet sie aber Nebenwirkungen über Monate bis Jahre und damit einen massiven Einschnitt in die Lebensqualität. Eine neue internationale Studie zeigt nun, dass bereits wenige Monate Hormonentzugstherapie bei den meisten Patienten ausreichen, um das Sterberisiko zu senken. Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „JAMA Oncology“ veröffentlicht.
Wissenschaftler der University of California in Los Angeles (UCLA) und weiterer Forschungseinrichtungen haben Daten von über 10.000 Männern aus 13 klinischen Studien analysiert. Dabei verglichen sie unterschiedliche Dauern der Androgenentzugstherapie bei fortgeschrittenem, lokalem Prostatakrebs.
Das Ergebnis: Die Androgenentzugstherapie kann das Risiko für Metastasen sowie das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben, signifikant senken. Die größten Vorteile der Therapie treten allerdings innerhalb der ersten neun bis zwölf Monate ein. Eine darüber hinausgehende Therapie biete laut den Experten der UCLA nur einen geringen zusätzlichen Schutz und erhöhe das Risiko für andere Gesundheitsprobleme, etwa Herz- oder Stoffwechselerkrankungen.
Die aktuellen Behandlungsleitlinien empfehlen laut den Studienautoren eine Behandlungsdauer von vier bis sechs Monaten für Patienten mit mittlerem Risiko für Metastasen und einen wiederkehrenden Tumor und eine Dauer von 18 bis 36 Monaten für Patienten mit hohem Risiko.
Die Studienautoren empfehlen jedoch eine differenziertere Anpassung der Therapiedauer:
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung personalisierter Behandlungspläne für Männer mit Prostatakrebs, so die Studienautoren. Kürzere Hormontherapiezyklen können für viele Patienten ausreichend sein, da sie Nebenwirkungen reduzieren und gleichzeitig die Wirksamkeit erhalten. Dabei sollten Faktoren wie das Krebsrisiko, Alter und allgemeine Gesundheit berücksichtigt werden.
Studienautor Amar Kishan von der UCLA erklärt in einer Pressemitteilung: „Die Behandlung von Prostatakrebs sollte nicht standardisiert sein. Diese Erkenntnisse helfen Ärzten, die Therapie zu personalisieren und die Krebskontrolle mit potenziellen Nebenwirkungen und anderen Gesundheitsrisiken abzuwägen.“











