Unruhe während der Urteilsverkündung

Lange Haftstrafe für frühere RAF-Terroristin Daniela Klette


Aktualisiert am 27.05.2026 – 11:51 UhrLesedauer: 2 Min.

Daniela Klette am Mittwoch: Die ehemalige RAF-Terroristin wurde wegen schweren Raubes, Verstößen gegen Waffengesetze und anderer Straftaten verurteilt. (Quelle: Sina Schuldt/reuters)

Das Urteil gegen Daniela Klette ist gefallen. Das Landgericht Verden hat sie nach mehr als einem Jahr Prozess verurteilt.

Die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette ist wegen mehrerer bewaffneter Raubüberfälle zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht im niedersächsischen Verden sprach sie am Mittwoch unter anderem wegen besonders schweren Raubs in sechs Fällen schuldig. Unter den rund 50 Zuschauern im Saal kam während der Urteilsverkündung Unruhe auf, „Freiheit für Daniela“ wurde gerufen. Justizbeamte im Saal begleiteten einzelne Demonstrantinnen und Demonstranten aus dem Saal.

Im Prozess gegen Klette ging es seit März 2025 um acht Raubüberfälle auf Geldtransporter und Supermärkte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Dabei wurden insgesamt mehr als zwei Millionen Euro erbeutet. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sollen die ehemaligen RAF-Terroristen Daniela Klette, Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub die Täter sein. Von Klettes mutmaßlichen Komplizen fehlt bis heute eine konkrete Spur.

Im Video | So unbehelligt lebte Daniele Klette in Berlin

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Quelle: t-online

Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre Haft gefordert und Klette unter anderem versuchten Mord vorgeworfen. Die Verteidigung hatte hingegen auf Freispruch plädiert. Klette könne lediglich wegen illegalen Waffenbesitzes bestraft werden, hatten ihre Anwälte argumentiert. Das Urteil, das auch erpresserischen Menschenraub, schwere räuberische Erpressung sowie Verstöße gegen Waffengesetze umfasst, ist noch nicht rechtskräftig. Der Vorsitzende Richter hatte bereits während des Prozesses mitgeteilt, dass die Kammer den Überfall auf einen Geldtransporter in Stuhr nahe Bremen wohl nicht als versuchten Mord werten wird.

Damals versuchten drei Maskierte an die Ladung eines Geldtransporters zu gelangen – im Fahrzeug war rund eine Million Euro. Mehrere Schüsse fielen, der Fahrer des Wagens hatte Todesangst. Den Vermummten gelang es aber nicht, die Türen des Transporters zu öffnen. Sie flohen ohne Beute.

Klette droht weiterer Prozess wegen RAF-Taten

Klette war mehr als 30 Jahre lang untergetaucht. Sie lebte nach der Selbstauflösung der RAF 1998 weiter unter falschem Namen, bevor die Polizei sie Anfang 2024 in ihrer Wohnung in Berlin festnehmen konnte. In der Wohnung fanden die Ermittler Bargeld, Gold und Waffen. Während der Festnahme gelang es Klette noch, ihren Mitstreiter Garweg zu warnen, der zuletzt auf einem Bauwagenplatz in Berlin gelebt hatte. Ob Staub, der als der Dritte im Bunde des ehemaligen RAF-Trios gilt, noch lebt, ist unklar. Einige Ermittler bezweifeln das und haben die These aufgestellt, dass er längst tot ist.

Klette droht ein weiteres Gerichtsverfahren. Dabei geht es um Verbrechen, die sie in ihrer RAF-Zeit begangen haben soll. Ihre Mitgliedschaft in der linksterroristischen Vereinigung selbst ist mittlerweile verjährt. Die Bundesanwaltschaft legt der Deutschen aber unter anderem die Mittäterschaft bei drei RAF-Anschlägen zwischen 1990 und 1993 zur Last. Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main muss nun entscheiden, ob und wann es zum Prozess kommt.

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