Bei der Wahl in Baden-Württemberg, einem der wirtschaftlich vitalsten Bundesländer, wird sich erweisen, wie tief die Enttäuschung in einem strukturell konservativen Landstrich sitzen könnte, dass die Kraft dieser Regierung bislang nicht ausgereicht hat, die lahmende Konjunktur wieder in Schwung zu bringen.
Der Politologe Joachim Behnke erklärte in einem Interview über die Wahl in Baden-Württemberg mit der „Schwäbischen Zeitung“, Hagel habe im direkten Vergleich schlechtere Chancen als der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir bei der BW-Wahl 2026. „Özdemir ist der ideale Kandidat der Grünen, weil er wie Kretschmann ist. Er kann wirklich als der legitime Erbe von Kretschmann auftreten, was für Wähler wichtig ist, die keine typischen Grünen-Wähler sind“, so der Politikwissenschaftler der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen.
Die CDU habe es vor der BW-Wahl „nicht geschafft, Manuel Hagel als Person stärker zu vermarkten. Er ist zu blass geblieben. Wir wissen, dass ein Großteil der Bevölkerung ihn gar nicht kennt“. Während Cem Özdemir eine lange politische Karriere, unter anderem als Bundesminister für Landwirtschaft, vorzuweisen hat, war Manuel Hagel lange Zeit bei einer Bank beschäftigt und ist deutlich weniger bekannt; das könnte sich möglicherweise auch am Abend der Wahl in Baden-Württemberg in den Ergebnissen niederschlagen.
Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg konnte Spitzenkandidat Cem Özdemir mit seiner Partei den Konkurrenten der CDU, Manuel Hagel, einholen. Die Grünen und die CDU sind nun mit je 28 Prozent in der letzten Umfrage vor der BW-Wahl 2026 gleichauf, wie das ZDF-„Politbarometer Extra“ ermittelte.
Zwar sind Wahlumfragen kein Garant für den Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg, dennoch registriert die CDU, die den Erfolg in Baden-Württemberg gern als Einstieg ins Superwahljahr 2026 verbucht hätte, das veränderte Stimmungsbild.
Historisch soll es werden: Wenn am Sonntag die Bürger in Baden-Württemberg einen neuen Landtag wählen, hofft eine Partei auf ihren großen Durchbruch. Bislang ist die Linke bei den BW-Wahlen immer an der Fünfprozenthürde gescheitert. Nun aber könnte sie es erstmals in das Parlament schaffen.











