Es hat wohl nicht gereicht für Manuel Hagel, so jedenfalls sieht es am frühen Abend aus. Fest steht ohnehin: Die CDU in Baden-Württemberg hat sich von einer Zahl blenden lassen, von der 14. So viele Prozentpunkte Vorsprung hatte sie in einer Umfrage noch im Oktober vor den Grünen. Nimmt man diese Zahl als Grundlage, ergibt die Wahlkampfstrategie der CDU sehr viel Sinn: Hagel inszenierte sich als eigentlicher Erbe des konservativen Grünen mit „Heiligenstatus“, Winfried Kretschmann. Und tat so, als sei er selbst schon Amtsinhaber, sprach präsidial statt polarisierend, wollte Fehler vermeiden, statt Aufsehen erregen. Nach dem dahingeschmolzenen Vorsprung muss man sagen: zu zahm für einen Herausforderer.
Denn eine andere Zahl vernachlässigte Hagel: Nur etwas mehr als jeder Dritte kannte ihn im Ländle Ende Oktober, und das im Zweikampf mit Cem Özdemir. Dabei gilt bei Landtagswahlen: Person ist wichtiger als Partei. Statt den deutlich bekannteren und beliebteren Özdemir anzugreifen, versuchte Hagel den Leuten einzubläuen, die Grünen würden Özdemirs Hyper-Realo-Kurs niemals mittragen. Angesichts ihrer Ablehnung des Mercosur-Abkommens im Europaparlament keine schlechte Idee, nur entspricht sie im Ländle nicht der Erfahrung aus 15 Jahren Kretschmann.
Und dann veröffentlichte eine Grüne auch noch ein Video, in dem Hagel für eine Schülerin mit „Rehaugen“ schwärmte. Und schaffte damit wohl das, was Hagel selbst im Wahlkampf nicht gut genug gelungen ist: etwas zu produzieren, woran sich Leute erinnern. Johannes Bebermeier
Der AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier lieferte viel in diesem Wahlkampf – nur nicht das, worauf die AfD setzte. Es hagelte Negativ-Schlagzeilen und Peinlichkeiten: skurrile Auftritte, Anstellungen von Verwandten bei Kollegen. Dazu passte recht gut, dass Frohnmaier in der traditionell für (andere) Spitzenkandidaten wichtigen letzten Wahlkampfwoche lieber in die USA flog, als Termine in der Heimat wahrzunehmen.












