
Schweiz fliegt 50 Patienten aus
So schwer sind die Feuer-Opfer verletzt
Aktualisiert am 03.01.2026 – 11:37 UhrLesedauer: 3 Min.
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Deutschland hilft: Per Flugzeug und Hubschrauber werden Schwerstverletzte aus der Schweiz ausgeflogen. Der Kampf um ihr Leben wird teils Wochen dauern – und nicht immer erfolgreich sein.
40 Menschen sind der Brandkatastrophe im Skiort Crans-Montana bisher zum Opfer gefallen, die Zahl der Verletzten wird auf 119 beziffert. Ihre Behandlung wird nun zu einer europäischen Mammutaufgabe: Die Schweiz schafft es nicht, alle Brandopfer angemessen zu versorgen. Die Nachbarländer müssen helfen.
50 Verletzte sollen in deutsche oder andere europäische Zentren für Schwerbrandverletzte verlegt werden, weil die Schweiz die nötigen Kapazitäten nicht hat. Angeflogen werden unter anderem Kliniken in Frankreich, Italien und Belgien.
Deutschland hat bereits am Freitag vier Patientinnen und Patienten im Rahmen bilateraler Vereinbarungen übernommen. Wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mitteilte, sollen bis zum Samstagabend sieben weitere Patientinnen und Patienten über den Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union kommen. Sie werden dem Bundesamt zufolge mit Flugzeugen und Hubschraubern gebracht. Die Verteilung erfolge nach dem sogenannten Kleeblattkonzept, welches Bund und Länder während der Corona-Pandemie entwickelt haben.
Auch in Berlin, 800 Kilometer Luftlinie von Crans-Montana entfernt, werden Opfer behandelt. Leila Harhaus-Wähner, die am Unfallkrankenhaus Berlin die Klinik für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie leitet, sagte dem „Spiegel“, die mehr als 100 Verletzten in der Schweiz seien „größtenteils so schwer betroffen, dass sie auf den Intensivstationen liegen, intubiert sind und beatmet werden“.
Die Zeit eile, sagte die Charité-Professorin weiter. Giftstoffe, die vor allem von der verbrannten Haut in die Blutbahn gelangen, würden Blutgefäße bedrohen. Blutverlust sei die Folge, es drohe ein Schock: „Erst ist die Lunge betroffen, dann fallen die Nieren aus und so weiter“, erklärte Harhaus-Wähner dem „Spiegel“. Deswegen sei es wichtig, „innerhalb der ersten 48 Stunden eine leitliniengerechte Therapie zu fahren“.











