Neue Berechnungen

Diese Mini-Rente erwartet Babyboomer


Aktualisiert am 07.05.2026 – 12:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein älterer Mann zählt Geld: Wird die Rente für das Alter reichen? (Quelle: Dobrila Vignjevic/getty-images-bilder)

Rund 5,1 Millionen Rentnern und Rentnerinnen droht die Altersarmut. Das ist auch für den Staat ein Problem.

Rund 40 Prozent der Babyboomer, die in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen werden, könnten von Altersarmut betroffen sein. Das geht aus einer neuen Berechnung des Pestel-Instituts im Auftrag der Gewerkschaft IG Bau hervor. Demnach können rund 5,1 Millionen Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen eine gesetzliche Rente von nur 800 Euro im Monat erwarten.

IG Bau-Chef Robert Feiger warnt vor den steigenden Kosten für den Staat, die damit einhergehen: „Mit so einer Niedrigrente werden viele Betroffene dauerhaft auf Hilfe vom Staat angewiesen sein. Spätestens die Miete drängt einen Großteil der Babyboomer dann in die Wohnarmut.“

Wenn Rentner oder Rentnerinnen nicht über die Runden kommen, dann können sie die Grundsicherung im Alter beantragen. Ob und in welcher Höhe man diese Leistung bekommen kann, hängt aber auch vom Einkommen, in manchen Fällen auch vom Einkommen der Kinder ab, sofern dieses bei über 100.000 Euro im Jahr liegt. Als Faustregel nennt die Deutsche Rentenversicherung als Grenze ein Gesamteinkommen von weniger als 1.101 Euro – in diesem Fall können Rentner einen Antrag auf Grundsicherung prüfen lassen. Bewertet wird dann auch das Vermögen des Antragstellers. Dazu zählen auch private und betriebliche Renten sowie Miet- und Pachteinnahmen, aber auch Wohneigentum.

Die Zahl der Personen, die auf eine Grundsicherung angewiesen sind, ist laut IG Bau in den vergangenen 15 Jahren um 70 Prozent gestiegen. Rund 4,3 Prozent aller Rentenbeziehenden sind demnach auf die Sozialhilfe angewiesen.

Feiger sieht darin einen Auftrag an die Bundesregierung. „Die gesetzliche Rente muss zum Leben reichen. Und das Wohnen darf die Menschen nicht in Armut stürzen – weder den Facharbeiter auf dem Bau noch die Gebäudereinigerin.“ Niedrigere Renten müssten stärker steigen, dafür könnte man an den höheren Renten kürzen, findet er. Menschen mit höheren Renten hätten auch eine längere Lebenserwartung, das rechtfertige die Kürzung. Zudem fordert er das Heranziehen von Vermögen aus Kapitalanlagen zur Finanzierung der Rentenkasse.

Das Ankurbeln des Wohnungsbaus sieht Feiger als zentralen Hebel, um die „soziale Frage Nummer 1“ zu lösen. „In Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen. Die Mieten steigen weiter. Und auch jetzt, nachdem die neue Bundesregierung ein Jahr im Amt ist, ist vom versprochenen ‚Bauen, bauen, bauen‘ wenig zu spüren“, so Robert Feiger. Eine Stärkung der Bauwirtschaft könne auch dazu beitragen, die Wirtschaft anzukurbeln.

Share.
Die mobile Version verlassen