
Linken-Chef entführen?
Parteigrößen überraschen mit Comedy-Einlage
06.01.2026 – 15:17 UhrLesedauer: 3 Min.
Die FDP ist in einer existenziellen Krise. Sie droht dieses Jahr aus weiteren Landtagen zu fliegen. Zwei Parteigranden sorgen jetzt immerhin für gute Stimmung.
Wolfgang Kubicki und Marie-Agnes Strack-Zimmermann haben mit einer Comedy-Einlage das traditionelle Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart aufgemischt. Die beiden bekannten Parteigesichter tauchten überraschend in einer Loge über der Bühne der Stuttgarter Oper auf und kommentierten das Geschehen wie die nörgelnden Figuren Statler und Waldorf aus der „Muppet-Show“.
Strack-Zimmermann und Kubicki nahmen sich dabei gegenseitig aufs Korn. „Ich bin nicht Miss Piggy, aber du bist vielleicht Kermit“, rief Strack-Zimmermann ihrem Parteifreund zu. Kubicki konterte mit Blick auf den aktuellen FDP-Chef Christian Dürr: „Lieber dürr als dürftig.“ Strack-Zimmermann antwortete trocken: „Deine Witze waren schon immer alt und abgestanden.“ Ein Teil des Publikums reagierte mit Gelächter und Applaus.
Neben dem Schlagabtausch untereinander nutzte Kubicki den Auftritt auch für politische Spitzen. Er attackierte die Linkspartei scharf und behauptete, eine linksterroristische Gruppierung könne eine Großstadt lahmlegen, während deren parlamentarischer Arm im Bundestag sitze. Parteichef Jan van Aken finde es lustig, Reiche zu erschießen und Milliardäre zu enteignen, sagte Kubicki.
Mit Blick auf eine Äußerung des früheren russischen Präsidenten Dmitri Medwedew über mögliche Entführungen westlicher Politiker fügte er hinzu: „Wenn dieser Spinner von Medwedew aus Deutschland jemanden entführen will, dann bitte nicht Merz, der ist nur unfähig – dann lieber van Aken, der ist gemeingefährlich.“
Der frühere Kremlchef Dmitri Medwedew hatte in einem Gespräch mit der russischen Staatsagentur Tass vor kurzem gesagt, dass er sich analog zu dem gewaltsamen Vorgehen der USA in Venezuela ähnliche Entführungsaktionen gegen andere Staats- oder Regierungschefs vorstellen könne – auch gegen Merz.
Die Szene setzte einen lockeren Akzent zu Beginn eines Parteitags, der für die FDP von existenzieller Bedeutung ist. Die Liberalen sind bei der Bundestagswahl im Februar 2025 mit 4,3 Prozent an der Fünfprozenthürde gescheitert und sitzen seither nicht mehr im Bundestag. In Umfragen kommt die Partei bundesweit weiterhin nur auf drei bis vier Prozent.











