TV-Experte über Zverev
„Das habe ich so von ihm noch nicht gesehen“
08.10.2026 – 18:38 UhrLesedauer: 3 Min.

Alexander Zverev spielt das beste Jahr seiner Karriere und erfüllt sich einen lange gehegten Traum. Doch es gibt auch scharfe Kritik – aus besonderen Gründen. Ein namhafter TV-Experte verteidigt den Hamburger nun vehement.
Patrik Kühnen hat Alexander Zverev gegen Vorwürfe verteidigt, er hätte in seinem starken Jahr 2026 hauptsächlich von den langen Verletzungspausen seiner großen Konkurrenten Jannik Sinner und Carlos Alcaraz und in der Folge schwachen Gegnern profitiert. „Er kann nur die Gegner schlagen, die auf der anderen Seite des Netzes stehen“, sagte Kühnen im Gespräch mit dem Nachrichtenportal „t-online“.
Zverev gewann in diesem Jahr erst bei den French Open in Paris seinen lang ersehnten ersten Grand-Slam-Titel, entschied dann auch die US Open für sich. Kritiker sehen seine Erfolge dadurch getrübt, dass die beiden Tennis-Superstars Jannik Sinner und Carlos Alcaraz bei den Turnieren entweder verletzungsbedingt fehlten oder noch nicht wieder in Topform waren. Auch wird dem 29-Jährigen angelastet, dass er in New York bis zum Finale keinen einzigen Top-Ten-Spieler schlagen musste.
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Kühnen widerspricht: „Alexander Zverev hat in diesem Jahr von allen Spielern die meisten Matches gewonnen, das ist Fakt, das kann niemand bestreiten“, hält er ein Plädoyer für Zverevs Konstanz. Seit Jahren schon ist der 1,98-Meter-Mann unter den Top-5 der Weltrangliste, ist aus seiner Generation mit Spielern wie Daniil Medwedew oder Stefanos Tsitsipas der eine, der sich in der obersten Elite langfristig festgesetzt hat.
Und: Durch vermeintlich schlagbarere Gegner könne der Druck sogar noch steigen. „Vor dem French-Open-Endspiel gegen Flavio Cobolli war ja der Tenor: Wenn nicht jetzt, wann dann für Zverev?“, erklärt der 60-Jährige weiter. „Damit muss man erst mal zurechtkommen.“
„Zverev hat es sich absolut verdient“
Der frühere Kapitän des deutschen Davis-Cup-Teams und heutige Sky-Experte betont: „Natürlich war und ist es nun ein Verlust für den Tennissport, dass sowohl Alcaraz als auch Sinner in diesem Jahr mit solch langwierigen Verletzungen zu kämpfen hatten.“ Aber: „Es geht nun einmal auch darum, Chancen zu nutzen, wenn sich Chancen ergeben. Und Alexander Zverev hat 2026 die Chancen, die sich ihm aufgetan haben, absolut stark genutzt – in einer Art und Weise, die man so erst mal schaffen muss: Zwei Grand-Slam-Siege, dazu das Wimbledon-Finale und jetzt die Möglichkeit, Weltranglistenerster zu werden.“ Der Hamburger habe sich seine Erfolge „absolut verdient, denn er war alles in allem der beste Spieler des Jahres.“
