Für bessere Chancen?

Deutsche Olympia-Hoffnung denkt an Wechsel ins Ausland

08.10.2026 – 15:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Finn Sonnekalb: Er gilt als große Hoffnung in Deutschlands Eisschnellauf. (Quelle: Sascha Fromm via imago-images.de)

Seit Monaten schwelt ein Konflikt zwischen dem 19-jährigen Eisschnellläufer Finn Sonnekalb und seinem Verband. Nun zieht der Olympia-Teilnehmer eine drastische Konsequenz in Betracht.

Finn Sonnekalb denkt an einen Wechsel ins Ausland. Der 19-jährige Eisschnellläufer hat nach eigenen Angaben Angebote aus den USA und den Niederlanden erhalten und befindet sich bereits in Gesprächen, wie die ARD-„Sportschau“ berichtet. Hintergrund ist ein seit Monaten andauernder Streit mit der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) über eine geplante Strukturreform.

Besonders konkret ist offenbar die Option eines Wechsels in die Niederlande, genauer gesagt nach Heerenveen, das als eine der führenden Adressen im Eisschnelllauf gilt. Sonnekalb sagte der „Sportschau“, der entscheidende Unterschied zu einem Wechsel nach Berlin sei, dass ein Umzug nach Heerenveen freiwillig geschehe. Dort könne er „mit den besten Sportlern der Welt trainieren“.

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Zur Lage in Deutschland sagte er: „Ich fühle mich unter Druck gesetzt, möchte deswegen diese Athletenvereinbarung nicht unterschreiben und auch nicht unter Druck meine Heimatstadt verlassen. Dann bin ich halt raus, dann sollen sie es ohne mich machen.“

Lage wirkte zuletzt entspannt

Auslöser des Zwists ist eine Strukturreform, die der DESG-Vorstand beschlossen hat. Sie sieht vor, die Bundeskader auf die Standorte Inzell und Berlin zu konzentrieren. Die beiden anderen Bundesstützpunkte in Erfurt, wo Sonnekalb trainiert, und Chemnitz sollen künftig „insbesondere im Nachwuchsbereich eine zentrale Rolle übernehmen“.

Die Sportler sollten dieser Neuausrichtung mit ihrer Unterschrift unter eine Athletenvereinbarung zustimmen. Die Erfurter Athleten unterzeichneten die Vereinbarung jedoch nur unter Bedingungen, die der DESG-Vorstand nicht anerkannte. Damit wurde die Vereinbarung unwirksam.

Zuletzt hatte sich die Lage etwas entspannt, nachdem sich alle Beteiligten bei einem Spitzentreffen auf ein Moratorium geeinigt hatten. Der Thüringer Eis- und Rollsportverband (Terv) fordert weiterhin die Ablösung des Präsidiums unter Leitung von Matthias Große. Die DESG teilte der „Sportschau“ mit, man werde sich „bis Ablauf des Jahres 2026 an das vereinbarte Moratorium halten“. Bis dahin werde es „keine weitere Stellungnahme zu den von Ihnen aufgeworfenen Einzelfragen“ geben.

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