
Winterdienst in der Kritik
„Fußgängerüberwege sind Todesfallen“
08.01.2026 – 01:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Winterdienst läuft auf Hochtouren – doch in Hamburgs Stadtteilen wächst der Ärger. Besonders Fußgänger melden gefährliche Zustände.
720 Einsatzkräfte, 360 Fahrzeuge, Dauereinsatz seit Tagen – der Hamburger Senat präsentiert sich in den sozialen Medien als Herr der Lage im Kampf gegen die stärksten Schneefälle seit 15 Jahren. Doch unter einem Instagram-Post zur Räumpflicht der Bürger von Senat und Stadtreinigung entlädt sich die Wut der Anwohner.
Dutzende Kommentatoren berichten von vereisten Hauptstraßen, nicht geräumten Gehwegen und tagelangem Warten auf Streufahrzeuge. „Null gestreut letzte Woche – so viele Autos sind kollidiert, aber kein Winterdienst in Sicht“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer berichtet, er sei am dritten Tag des Schneefalls 18 Kilometer durch Hamburg gefahren – ohne eine einzige geräumte Hauptverkehrsstraße zu sehen.
Besonders hart trifft es offenbar Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Eine Nutzerin berichtet von einem Rollstuhlfahrer, der seine Wohnung nicht mehr verlassen könne. „Fußgängerüberwege sind mittlerweile zu Todesfallen geworden“, schreibt ein anderer. Eltern klagen über vereiste Schulwege und Schwierigkeiten mit Kinderwagen.
Viele Kommentatoren werfen dem Senat mangelnde Vorbereitung und falsche Prioritäten vor. Die Stadtreinigung kümmere sich vor allem um Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer würden ignoriert. Ein Nutzer nimmt die Räumkräfte in Schutz: „Die Mitarbeiter der Stadtreinigung tun ihr Bestes. Aber es sind für solche Umstände einfach zu wenig.“
Laut der offiziellen Darstellung erlebt Hamburg derzeit Temperaturen rund um den Gefrierpunkt und so starke Schneefälle wie seit rund 15 Jahren nicht mehr. Die Stadtreinigung Hamburg kümmert sich demnach um verkehrswichtige Fahrbahnen und Strecken mit Buslinienverkehr sowie wichtige Verbindungsstraßen. Auch ein ausgewähltes Netz wichtiger Radwege, Fußgängerüberwege und Bushaltestellen sowie Gehwegstrecken ohne Anlieger – etwa auf Brücken – werden geräumt.










