
Auch in diesem Jahr steigen die Beiträge für viele Menschen teils deutlich – und zwar unabhängig davon, ob sie gesetzlich oder privat versichert sind. Vor diesem Hintergrund erscheint ein Wechsel zwischen den Systemen womöglich unattraktiv. Dennoch stellen sich vor allem jüngere Gutverdiener die Frage: Lohnt sich der Wechsel in die private Krankenversicherung langfristig?
In der Studie hat die Bafin auch eine prognostizierte Kostenentwicklung von GKV und PKV für die kommenden 50 Versicherungsjahre gegenübergestellt – eine Rechnung, die viele Unschlüssige vor dem Wechsel interessieren dürfte.
Das Ergebnis: „Wer sich in der PKV in einem Umfang versichert, der ungefähr dem Leistungsumfang der GKV entspricht, kann damit rechnen, dass sich die Beiträge im Schnitt in der Größenordnung der GKV-Höchstbeiträge entwickeln werden“, sagt Schwarz.
Für den Vergleich hat die Studie den Standardtarif der PKV herangezogen, der laut PKV-Verband auf den gesetzlichen GKV-Höchstbeitrag gedeckelt ist, aber nur von 0,6 Prozent der Versicherten gewählt wird.
Wer mehr Leistung will, muss auch mehr bezahlen. Für den durchschnittlichen Versicherten wird die private Krankenversicherung in den nächsten 50 Jahren also teurer. Besonders die Beiträge im höheren Alter haben ein erhebliches Gewicht.
Im Alter steigen die Gesundheitskosten oft überproportional in Relation zum Einkommen, und die PKV kann die in jungen Jahren gebildeten Rücklagen oft nicht ausreichend abfedern. Beitragsanpassungen von zehn Prozent oder mehr pro Jahr sind keine Seltenheit. Wer im Ruhestand keine ausreichenden Rücklagen gebildet hat, gerät so schnell in finanzielle Schwierigkeiten.
Um die zukünftigen Beiträge stemmen zu können, sollte man vor einem Wechsel genau rechnen. „Früher lautete die Faustregel: Alles, was man in jungen Jahren durch den Wechsel spart, anlegen“, sagt Ulrike Steckkönig, Versicherungsexpertin bei der Stiftung Warentest. „Aber das reicht heute unter Umständen nicht mehr.“
Zudem komme es immer auf die persönliche Situation an. Wer viele Kinder habe oder keine Rücklagen für die höheren Beiträge im Ruhestand bilden könne, für den könne die private Krankenversicherung trotz eines guten Einkommens zu teuer sein.











