
Neue Pläne vorgestellt
Nürnberger Nazi-Bau soll zum Kulturort werden
29.01.2026 – 18:39 UhrLesedauer: 2 Min.
In der Nürnberger Kongresshalle wollten sich einst die Nazis feiern lassen. Nun soll Kultur das Bauwerk beleben. Das ist nicht gerade billig.
Der Nürnberger Stadtrat hat den weiteren Ausbau der ehemaligen Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände vergeben. Den Zuschlag erhielt das Bauunternehmen Georg Reisch GmbH & Co. KG, das bereits mit dem Bau eines Opernhauses im Innenhof des Gebäudes befasst ist. Die Ausweichspielstätte soll während der Sanierung des Opernhauses in der Innenstadt vom Nürnberger Staatstheater genutzt werden.
Sowohl der Opernneubau als auch der geplante Ausbau der Kongresshalle basieren auf einem Entwurf des Architekturbüros LRO GmbH & Co. KG. Nach Angaben der Stadt sollen bis 2028 im Inneren der Kongresshalle unter anderem ein Theaterfoyer, Kassenbereiche, Büros, Werkstätten und Proberäume entstehen. Zudem sind Ateliers und Veranstaltungsflächen für die freie Kunst- und Kulturszene vorgesehen.
Dabei will die Stadt den historischen Charakter des Gebäudes bewusst erhalten. Decken und Wände sollen lediglich gereinigt, jedoch weder verputzt noch gestrichen werden. Auch Kabel sollen sichtbar verlegt bleiben, um die rohe Anmutung des monumentalen Bauwerks zu bewahren und den denkmalpflegerischen sowie erinnerungskulturellen Anforderungen gerecht zu werden.
Die Kongresshalle war von den Nationalsozialisten als monumentale Machtdemonstration geplant, wurde jedoch nie vollendet. Erhalten geblieben ist ein hufeisenförmiger Rohbau, der später Treppenhäuser und Toiletten beherbergen sollte; die eigentliche Halle fehlt. Heute gilt das Gebäude als architektonisches Zeugnis für das Scheitern der NS-Planungen.
Insgesamt sind für die Entwicklung des Areals rund 296 Millionen Euro veranschlagt. Mehr als 7.000 Quadratmeter sollen künftig der freien Kunst- und Kulturszene zur Verfügung stehen. Die neue Spielstätte im Innenhof soll auch nach dem Ende der Opernsanierung in der Innenstadt für Theater- und Musikveranstaltungen genutzt werden.











