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Home » Körperliche Nähe reicht für Ansteckung mit Hautparasiten aus
Gesundheit

Körperliche Nähe reicht für Ansteckung mit Hautparasiten aus

Von zeit-heute.deFebruar 7, 20262 Min Gelesen
Körperliche Nähe reicht für Ansteckung mit Hautparasiten aus
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Körperliche Nähe reicht für Ansteckung mit Hautparasiten aus

Winzige Parasiten lösen eine Hauterkrankung aus, die weltweit vorkommt. Aus einem Grund kann sie schnell zu einer regelrechten Epidemie führen.

Erst kitzelt und juckt es nur, dann sind Hautveränderungen zu bemerken – an Händen und Füßen, um die Brustwarzen, in den Achselhöhlen, den Ellenbeugen, im Nabel, rund um die rückwärtige Körperöffnung und schließlich in der Genitalregion. Spätestens ab hier gibt der dramatische Ausruf: „Ich krieg‘ die Krätze!“ einen authentischen Vorgang wieder.

Bei Säuglingen oder Kleinkindern sind nicht selten auch Gesicht und Fußsohlen befallen. Krätze oder Skabies ist wahrhaft international, auf der ganzen Welt verbreitet und kann Menschen in jedem Alter befallen. Sie entsteht, wenn winzige Parasiten, Milben, in der obersten Hautschicht kleine Kanäle anlegen, wo sie es sich so recht gemütlich machen: zur heftigen Vermehrung ihre Eier deponieren und Ausscheidungen hinterlassen, die das Immunsystem zu eben jenen juckenden Reaktionen provozieren. Den Milben wird es relativ leicht gemacht, beim Menschen Quartier zu nehmen.

Das Hautleiden wirkt zwar schon durch den Begriff „Krätze“ sozial stark stigmatisierend, ganz so, als rühre es von mangelnder Körperhygiene her oder sei ein Mitbringsel von gelegentlichen Ausflügen ins keimbelastete sexuelle Milieu. Beides ist zwar prinzipiell denkbar, aber keine notwendige Voraussetzung.

Es reicht, Menschen körperlich nahe zu sein, die – wissentlich oder unwissentlich – mit der Infektion in Berührung kommen. Milben können zwar selten auch beim Bettenmachen oder etwa beim Anlegen einer Blutdruckmanschette in die Luft geschleudert werden, sofern ein Erkrankter dicht besiedelt ist. Und sie bleiben kleben, wo immer sie aufprallen.

Das klingt erst einmal ganz harmlos, auf diese Weise kann es aber zu wahren Epidemien kommen – wie in einer Klinik, in der ich früher einmal gearbeitet habe: Ausnahmslos alle, vom Patienten bis zum Chefarzt, mussten behandelt werden. Ein halbes Jahr darauf tauchte ein älterer Herr mit unerklärlichen, juckenden Knötchen auf unserer Station auf. Mehrere Kortisontherapien blieben erfolglos. Er war uns kein Unbekannter: Der Mann war schon einmal hier Patient gewesen und just an dem Tag entlassen worden, als der „Patient Zero“, der Patient also, der Auslöser der Krätze-Fälle gewesen war, in die Klinik eingeliefert wurde.

Während wir auf der Station Kopf standen, um die Milben-Epidemie einzudämmen und alle zur Sicherheit behandelten, hatte der ahnungslos Entlassene die Abschiedsgabe mit in sein Seniorenheim genommen und dort wiederum Insassen und Personal angesteckt. Er litt seither unter einer unerkannten, sogenannten „gepflegten“ Krätze.

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