Discounter in der Krise
Kodi stellt erneut Insolvenzantrag
Aktualisiert am 14.07.2026 – 18:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Pleitewelle im Einzelhandel reißt nicht ab. Nun ist es der Discounter Kodi, der sich sanieren möchte. Der Geschäftsführer rechnet mit rund 50 Filialschließungen.
Die Kodi Handels GmbH hat beim Amtsgericht in Halle (Saale) einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das teilte das Unternehmen mit. Ziel sei es, den Fortbestand zu sichern, sagte Kodi-Geschäftsführer Fabian Grund. „Die Ausgangslage ist allerdings nicht einfach.“
Erwartet wird, dass rund 50 der aktuell 150 Filialen schließen müssen, so Grund. Damit sei auch ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden. Welche Standorte betroffen sind, ist noch offen. Löhne und Gehälter seien für die Monate Juli, August und September über das Insolvenzgeld gesichert. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben etwa 1.200 Beschäftigte. Zuerst hatte die „Lebensmittel Zeitung“ darüber berichtet.
Der Geschäftsbetrieb in den Filialen des Non-Food-Discounters soll vorerst ohne Einschränkungen fortgeführt werden. Begründet wurde der Schritt mit der anhaltend schwierigen Lage im deutschen Einzelhandel. Neben der schwachen Konsumstimmung belasteten vor allem der zunehmende Wettbewerbsdruck durch digitale Geschäftsmodelle, hohe Energiekosten, steigende Lohnnebenkosten sowie hohe Mietkosten das Unternehmen.
Eine vorläufige Eigenverwaltung ist vom Gericht laut Mitteilung bereits angeordnet worden. Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt und leitet die Sanierung selbst. Kontrolliert wird das Verfahren vom Rechtsanwalt Lucas Flöther, der zum vorläufigen Sachwalter bestellt wurde.
Letzte Sanierung liegt nicht lange zurück
Kodi hatte 2024 bereits ein Schutzschirmverfahren beantragt und sich um eine Sanierung bemüht. Von ursprünglich etwa 240 Filialen wurden anschließend lediglich 150 weiterbetrieben, die meisten befinden sich in Nordrhein-Westfalen. Damals wurde mehr als 500 Beschäftigten gekündigt.
Die Muttergesellschaft von Kodi hatte erst im Februar dieses Jahres den Non-Food-Discounter Mäc Geiz übernommen. Die Handelskette, die gut 180 Filialen hat und vor allem in Ostdeutschland vertreten ist, stellte im Mai ebenfalls einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale). Auch hier stehen Filialschließungen im Raum.
Das 1981 gegründete Einzelhandelsunternehmen Kodi, das vor allem Haushaltswaren und Drogerieartikel verkauft, hat seinen Firmensitz in Oberhausen. Sitz der Gesellschaft ist jedoch in Landsberg in Sachsen-Anhalt.











