„Müssen wir sehr ernst nehmen“
Klingbeil warnt vor Kerosinmangel – Reiche widerspricht
18.04.2026 – 15:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Bundeswirtschaftsministerin Reiche sieht keinen Kerosinmangel in Deutschland. Finanzminister Klingbeil nimmt die IEA-Warnungen vor Knappheit dagegen sehr ernst.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht keine Gefahr eines Kerosinmangels in Deutschland. Der Chef der Internationalen Energieagentur habe darauf aufmerksam gemacht, dass es in asiatischen Märkten Knappheiten gebe, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. „Hier haben wir in Deutschland keinen Mangel an Kerosin“, betonte Reiche. Auch bei der Freigabe der Ölreserve habe man Teilmengen an Kerosin freigegeben, die aber nicht in übermäßigem Maße nachgefragt worden seien. „Kerosin wird übrigens auch in deutschen Raffinerien produziert“, betonte sie. Deutschland sei nicht nur von Importen von Kerosin abhängig.
Zuvor war bekannt geworden, dass die Europäische Union (EU) einen Notfallplan gegen drohenden Kerosinmangel erstellt. Wie aus einem Reuters vorliegenden Entwurf des für den 22. April angekündigten Konzepts hervorgeht, sollen die Raffineriekapazitäten in Europa erfasst und deren volle Auslastung sichergestellt werden. Europäische Fluggesellschaften hatten vor Kerosinengpässen binnen Wochen gewarnt, sollte die Versorgung aus dem Nahen Osten blockiert bleiben. Dies könnte den Reiseverkehr vor dem Sommer erheblich beeinträchtigen. Europa importiert nach Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) 30 Prozent seines Bedarfs an Flugbenzin. Rund 75 Prozent der Einfuhren stammen aus dem Nahen Osten.
Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil hatte zuvor Maßnahmen gegen einen von der Internationalen Energieagentur (IEA) prognostizierten möglichen Kerosinmangel angemahnt. „Wir müssen die Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen“, sagte der SPD-Chef dem „Spiegel“. „Für mich ist klar: Wir sollten nicht nur das Preisproblem angehen, sondern müssen jederzeit auch die Versorgungssicherheit im Blick haben.“ Die IEA hatte am Freitag gewarnt, mehrere europäische Länder könnten in den kommenden sechs Wochen einer beginnenden Knappheit von Kerosin gegenüberstehen.












