
Speichermarkt unter Druck
Warum Festplatten bald teurer werden könnten
16.02.2026 – 11:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Großkunden sichern sich Festplatten-Kontingente bis 2028, ein Hersteller meldet fast schon Ausverkauf. Für Privatkäufer könnte es bald eng und teuer werden.
Western Digital hat seine Produktionskapazitäten für mechanische Festplatten im Jahr 2026 nahezu komplett verkauft. Das gab Irving Tan, Chef des Unternehmens, im Rahmen der jüngsten Quartalskonferenz bekannt. Die Nachfrage von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz treibe die Auslastung, berichtete das Fachmagazin „Wccftech“.
„Wir sind für das Kalenderjahr 2026 so gut wie ausverkauft“, sagte Tan dem Bericht zufolge. Die sieben größten Kunden hätten bereits feste Bestellungen aufgegeben. Mit zwei dieser Großkunden seien zudem langfristige Liefervereinbarungen für 2027 geschlossen worden, mit einem weiteren sogar bis ins Jahr 2028. Diese Verträge legten sowohl Volumina als auch Preise fest, so der Unternehmenschef.
Die Zahlen verdeutlichen eine massive Verschiebung im Geschäft des Speicherherstellers. Nach Angaben des Vizepräsidenten für Investor Relations bei Western Digital entfallen mittlerweile 89 Prozent des Gesamtumsatzes auf das Cloud-Geschäft, heißt es weiter. Der Anteil von Privatkunden und kleineren Unternehmen sei auf nur noch fünf Prozent geschrumpft.
Für die enormen Datenmengen, die KI-Modelle benötigen, bleiben mechanische Festplatten das wirtschaftlichste Speichermedium. Es geht um Datenvolumen im Exabyte-Bereich – ein Exabyte entspricht einer Million Terabyte. Dabei spielen die Gesamtkosten eine entscheidende Rolle, und hier sind herkömmliche Festplatten Flash-Speichern nach wie vor überlegen.
Bei bestimmten Datenarten wie Trainingsdaten, Archiven oder Protokollen sei die Geschwindigkeit zudem oft zweitrangig gegenüber der reinen Speicherkapazität. Hinzu komme, dass große Rechenzentren vermehrt auf spezielle SMR-Technologie setzten, die eigene Software erfordere und für klassische Desktop-PCs oder Standard-Netzwerkspeicher im Privatbereich oft ungeeignet sei.
Für Verbraucher könnte die angespannte Marktlage spürbare Folgen haben. Wenn die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt, drohen bei normalen Festplatten massive Preissteigerungen. Bei Speicherchips gibt es diese Entwicklung bereits seit Längerem. In beiden Fällen ist der Ausbau von KI-Rechenzentren für die Engpässe verantwortlich.











