Arbeitsbelastung und Misstrauen
Bericht: Mitarbeiter kritisieren Ministerin Reiche scharf
02.06.2026 – 19:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit ihrem Amtsantritt gibt es Berichte über Unzufriedenheit im Wirtschaftsministerium. Nun soll die Ministerin direkt konfrontiert worden sein.
Bei der Personalversammlung des Wirtschaftsministeriums wurde Ministerin Katherina Reiche (CDU) offenbar deutlich kritisiert. Vor allem die Eröffnungsrede von Personalchefin Viktoria Ludwig habe das Vorgehen der Ministerin deutlich angeprangert, berichtet das „Handelsblatt“ unter Verweis auf mehrere Teilnehmer der Versammlung.
„Die Entwicklung belastet die Kolleginnen und Kollegen“, soll Ludwig demnach gesagt haben. „Und ja, zunehmend führt das zu gesundheitlicher Betroffenheit.“ Sie betonte offenbar: „Die internen Turbulenzen wiegen schwer.“ In ihrer Rede soll sie neben der Arbeitsbelastung auch das Misstrauen und die Stellenbesetzungen im Haus kritisiert haben.
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Angeprangert wurde dem Bericht zufolge insbesondere auch die Einstellungspraxis, wonach viele Stellen mit externen Personen besetzt werden. Das ist zwar grundsätzlich in Ministerien nicht ungewöhnlich, insbesondere in der Leitung des Hauses kommen demnach wenige Leute aus dem eigenen Haus zum Zug. „Diese Herangehensweise hinterlässt bei uns einen entsprechend schlechten Eindruck“, sagte Ludwig laut dem „Handelsblatt“. Ohne „verlässliche und professionelle Rahmenbedingungen“ gehe es demnach nicht. Reiche hinterlasse bei vielen nicht das Gefühl, sie nähme die Sorgen ernst.
Ministerin Reiche verteidigt sich
Im Anschluss habe sich Reiche auf der Versammlung verteidigt. Die hohe Arbeitslast sei Folge der wirtschaftlichen Lage: „Wir können uns dem auch nicht entziehen.“ Zudem soll sie die externen Einstellungen verteidigt haben: „Es gibt Fälle, da müssen wir uns extern verstärken.“
Zudem soll sie betont haben, Fachleuten aus dem Haus nicht zu misstrauen: „Ich habe genügend Gelegenheit, Fachwissen anzufragen und in den Austausch zu kommen.“ Sie soll aber auch betont haben, sie könne natürlich nicht dauernd mit allen 2.000 Beamten des Hauses im Austausch sein. Das soll bei Teilnehmern auf Kritik gestoßen sein.











