
Am Aschermittwoch ist alles vorbei
Aus für Karnevalisten-Treff: Beliebte Kölner Gaststätte schließt
08.01.2026 – 05:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Das „Gasthaus zum Jan“ am Kölner Neumarkt schließt an Aschermittwoch. Inhaber Sascha Floss räumt Fehler ein und deutet private Probleme an.
Am Aschermittwoch ist alles vorbei: Die Kölner Gaststätte „Zum Jan“ an der Thieboldsgasse macht dicht. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend.
„Liebe Gäste, Jecken und Weggefährten, es fällt mir nicht leicht, diese Zeilen zu schreiben: Wir werden das Gasthaus zum Jan am Aschermittwoch schließen“, schrieb Betreiber Sascha Floss demnach in einem Facbook-Post. Das Lokal am Neumarkt galt lange als feste Adresse für Mitglieder des Reitercorps Jan von Werth und andere Karnevalisten.
Über die genauen Hintergründe schwieg Floss weitgehend, ließ aber durchblicken, dass er auch privat schwierige Zeiten durchlebt hat: „Ich habe Fehler gemacht und musste dafür einen sehr hohen Preis zahlen – nicht nur finanziell, sondern auch privat und vor allem familiär. Manche Umstände ließen sich nicht ändern, aber ich übernehme die volle Verantwortung für meinen Weg.“
Trotz allem habe er die Arbeit in der Gaststätte mit Leidenschaft betrieben, betonte der Wirt: „Mir ist bewusst, dass viel erzählt wird und sicherlich noch viel geredet werden wird. Doch eines kann ich euch versichern: Trotz aller Fehler und der schweren persönlichen Opfer war ich jede Sekunde mit ganzem Herzen bei der Sache.“
Einen stillen Abgang lehnt Floss ab. An den verbleibenden Wochenenden bis Aschermittwoch will er noch einmal öffnen: „Die fünfte Jahreszeit ist in vollem Gange und wir öffnen dieses Wochenende unsere Türen im Keller weit für euch!“ Jeden Gast, der vorbeischaue, empfinde er als Unterstützung: „Mit eurem Besuch helft ihr uns direkt dabei, diese schwere Zeit durchzustehen und einen würdigen Abschluss zu finden.“
Für das Gebäude selbst könnte es bald weitergehen. Das Reiterkorps Jan von Werth, dem die Immobilie gehört, zeigte sich optimistisch. Das Ende des aktuellen Pachtverhältnisses bedeute nicht das endgültige Aus für den Standort, teilte die Gesellschaft mit. Man führe bereits Gespräche und rechne damit, bald einen neuen Betreiber präsentieren zu können.
Das Lokal blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Bereits 2022 musste es vorübergehend schließen, nachdem die Stadt Köln Mängel bei den Genehmigungen festgestellt hatte. Damals trennte sich das Reiterkorps vom damaligen Wirt und übernahm den Betrieb kurzzeitig selbst.
Floss selbst plant offenbar bereits sein nächstes Projekt. Nach Informationen des Portals koeln0221.de will er künftig das „Brauhaus Schwan“ in Erftstadt betreiben.










