Krise der Sozialdemokratie Thema bei “Lanz”
Juso-Chef setzt auf Angriff – Kohl-Enkel hält dagegen
Aktualisiert am 01.04.2026 – 07:25 UhrLesedauer: 4 Min.
Kann die SPD ihren Niedergang abwenden? Juso-Chef Philipp Türmer fordert bei „Markus Lanz“ ein Ende der Kompromissbereitschaft und schießt sich auf ein Feindbild ein.
Während Deutschland bei zentralen Reformen nur schleppend vorankommt, eskaliert der Krieg im Nahen Osten und verschärft die außen- und wirtschaftspolitische Lage. Markus Lanz griff am Dienstagabend mit seiner ZDF-Talkrunde beide Entwicklungen auf und widmete sich zudem der Krise der deutschen Sozialdemokratie. Der Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation, Philipp Türmer, riet seiner Partei, sich gezielt mit einer Gruppe von Bürgern anzulegen.
Zuvor analysierten die US-Korrespondentin der Wochenzeitung „Die Zeit“, Juliane Schäuble, und der „CNN“-Kriegsberichterstatter Frederik Pleitgen den Krieg im Iran aus amerikanischer und iranischer Perspektive.
Man dürfe nicht vergessen, dass für die iranischen Machthaber andere Maßstäbe gälten als für die USA, betonte Pleitgen. „Für die ist es halt so: Solange die noch an der Macht sind, solange die noch Raketen und Drohnen schießen können, sehen die sich auf der Gewinnerstraße“, erklärte der „CNN“-Korrespondent, der als einer von sehr wenigen westlichen Journalisten direkt aus dem Iran berichtete.
Dieses strategische Ungleichgewicht habe der aktuelle Konflikt mit vergangenen US-Einsätzen wie in Vietnam, im Irak oder Afghanistan gemein. Zusätzlich stünden dem Iran große Druckmittel auf die Nachbarstaaten und mit der Meerenge von Hormus auch auf die Weltwirtschaft zur Verfügung, führte Pleitgen weiter aus. Einige der mit dem Einsatz verbundenen Ziele der Vereinigten Staaten und Israels, darunter die Verwässerung des atomwaffenfähigen Materials durch den Iran, hätte man außerdem auch am Verhandlungstisch erreichen können, zeigte er sich überzeugt.
Schäuble, die aus den USA zugeschaltet war, bezweifelte sogar, dass die US-Regierung sich über ihre Kriegsziele im Klaren sei. Man habe das Gefühl, jeden Tag werde ein anderer Grund genannt, so die Journalistin. Einen Einsatz amerikanischer Bodentruppen im Iran wollte Schäuble vor diesem Hintergrund nicht ausschließen. Allerdings verwies sie auf das hohe militärische und politische Risiko einer solchen Aktion.
Für Angreifer sei das Terrain mit seinen Weiten und Berglandschaften ohnehin undankbar, pflichtete Pleitgen bei. Wie beklemmend die Lage jetzt schon für die iranische Bevölkerung ist, schilderte er anhand seiner eigenen Erfahrungen vor Ort. So seien die abgeworfenen Bomben zwar präzise, aber eben auch von großer Zerstörungskraft. „Gerade in Teheran ist es so. Da gibt es keine Bombenkeller, da gibt es keine Sirenen, das heißt, du weißt nicht, wann das losgeht“, erklärte der Kriegsreporter weiter. An Schlaf sei unter diesen Voraussetzungen nicht zu denken.











