Von der Bestsellerliste nach Bellevue?
Juli Zeh könnte sich als Bundespräsidentin vorstellen
Aktualisiert am 26.02.2026 – 14:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Debatte um Steinmeiers Nachfolge hält an: Wer wird ab 2027 Deutschlands neues Staatsoberhaupt? Eine Schriftstellerin sieht sich als geeignete Kandidatin.
Die Autorin Juli Zeh kann sich vorstellen, die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier als neue Bundespräsidentin anzutreten. Der „Zeit“ sagte Zeh, sie sei dieses Mal nicht gefragt worden, könne es sich aber tatsächlich vorstellen. „Aber nicht jetzt, weil ich das mit der Doppelbelastung aus Beruf und Familie nicht in Einklang bringen könnte.“
Zeh begründete ihre Eignung damit, dass es momentan die Sehnsucht nach Personen gebe, „die ein bisschen atypisch für den Politikbetrieb sind, was das Auftreten und die Rhetorik betrifft“. Weiter erklärte die brandenburgische Richterin: „Man bräuchte jemanden, der in dieser sogenannten Polarisierung nicht klar einem Lager zugeordnet ist.“ Ihr eigenes Persönlichkeitsprofil könne da ganz gut reinpassen, so Zeh.
Laut der Schriftstellerin gehe die Erwartung inzwischen dahin, dass der Bundespräsident sich viel stärker positioniere und politisch einbringe. Hätte sie das Amt inne, würde sie das „Hauptaugenmerk auf die großen gesellschaftlichen Baustellen richten: Bildung, Gesundheitssystem und Mobilität jenseits vom Auto.“ Da bestehe massiver Nachholbedarf, „gerade für sozial schwache Menschen, die in Randgebieten oder auf dem Dorf wohnen“, erklärte Zeh.
Juli Zeh ist 1974 in Bonn geboren und 51 Jahre alt. Die promovierte Juristin arbeitet als Schriftstellerin und Essayistin und zählt zu den bekanntesten Gegenwartsautorinnen Deutschlands. Seit 2017 ist sie Mitglied der SPD und engagiert sich auch politisch im Land Brandenburg, wo sie mit ihrer Familie lebt.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann zeigte sich Mitte Februar offen für eine Bundespräsidenten-Kandidatur, die nicht aus der Politik kommt. Linnemann sagte dem Magazin „Stern“: „Ich bin großer Fan von Joachim Gauck. Er war einer der besten Bundespräsidenten. Ein unglaublicher Charakter, toller Typ, mutig. So eine integre Persönlichkeit brauchen wir.“
Gauck war evangelischer Theologe und der erste parteilose Bundespräsident. Er war als gemeinsamer Kandidat von CDU/CSU, FDP, SPD und den Grünen angetreten. Es ist in Deutschland allerdings üblich, dass Bundespräsidenten ihre Parteimitgliedschaft ruhen lassen oder faktisch aufgeben, wenn sie ins Amt kommen.











