
Frühtest auf Alzheimer
Jeder Zehnte über 70 zeigt hier auffällige Werte
23.01.2026 – 10:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Neue Forschung zeigt: Bei vielen älteren Menschen finden sich im Blut bereits Veränderungen, die typisch für Alzheimer sind. Wer besonders betroffen ist.
Die Alzheimer-Krankheit beginnt oft lange, bevor erste Gedächtnisprobleme auftreten. Eine große Studie zeigt nun: Schon viele ältere Menschen weisen im Blut Veränderungen auf, die auf die Erkrankung hindeuten. Besonders ab dem 70. Lebensjahr steigt der Anteil deutlich an.
Forscher um Dag Aarsland vom King’s College London untersuchten Blutproben von 11.486 Teilnehmern der norwegischen Studie „Trøndelag Health Study“. Die Ergebnisse veröffentlichten sie kürzlich im Fachjournal „Nature“. Demnach erfüllt rund jede zehnte Person über 70 die Kriterien für eine Behandlung mit modernen Alzheimer-Medikamenten.
Alzheimer kennzeichnet sich durch Ablagerungen von Beta-Amyloid und sogenannten Tau-Proteinen im Gehirn. Tau-Proteine stabilisieren normalerweise Nervenzellen. Bei Alzheimer verändern sie sich, verklumpen und schädigen die Zellen. Lange konnten Ärzte diese Veränderungen nur nach dem Tod nachweisen.
Später kamen bildgebende Verfahren wie die Positronen-Emissions-Tomografie hinzu. Außerdem lassen sich Eiweiß-Abbauprodukte im Nervenwasser, dem Liquor, messen. Beide Methoden eignen sich jedoch kaum für große Bevölkerungsstudien, da sie teuer oder belastend sind.
Mit neuen Bluttests änderte sich das. In der aktuellen Studie nutzten die Forscher einen Test auf das Tau-Protein mit dem Namen pTau217. Dieses gilt als besonders aussagekräftig für Alzheimer. Die Proben stammten aus einer Langzeitstudie, an der rund 80 Prozent der eingeladenen Bevölkerung teilnahmen. Das macht die Ergebnisse besonders belastbar.
Die Auswertung zeigt einen klaren Altersanstieg:
Nicht alle Betroffenen litten bereits an Alzheimer. Unter den über 70-Jährigen mit erhöhtem pTau217 hatten 60,0 Prozent eine Demenzerkrankung, weitere 32,6 Prozent eine leichte kognitive Beeinträchtigung. Rund ein Viertel zeigte noch unauffällige Testergebnisse. Die Forscher gehen davon aus, dass viele von ihnen sich in einer frühen, noch symptomfreien Phase der Erkrankung befinden.











