Streit um Olympia-Bürgerentscheid
Böhmermann lädt OB auf ein Kölsch ein
13.04.2026 – 20:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Deutliche Worte zwischen einem TV-Star und dem Kölner Oberbürgermeister: Sollte sich die Stadt für Olympia bewerben? Womöglich kommt es nun zu einem Gespräch.
In der am Sonntag veröffentlichten Folge des Podcasts „Fest & Flauschig“ bezog Jan Böhmermann erneut klar Position gegen eine Kölner Olympia-Bewerbung. Hintergrund ist ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen dem Satiriker und Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester, der Böhmermanns Kritik bereits gegenüber der Zeitung „Die Welt“ kommentiert hatte. Der ZDF-Comedian hatte den Kölner OB zuvor als „fucking Bürgermeister“ bezeichnet.
Burmester hatte sich daraufhin gelassen gezeigt: „Wir neigen in Deutschland dazu, immer Nein zu sagen – mit dem Hinweis, dass wir eh nichts auf die Kette kriegen. Herr Böhmermann gehört zu dieser Nein-Fraktion“, sagte der SPD-Politiker.
Böhmermann versuchte in der Podcast-Folge von Sonntag, seine Haltung gegen die Olympiade am Rhein erneut zu erklären. Demnach sei Kern seiner Olympia-Ablehnung die Offenheit des Internationalen Olympischen Komitees gegenüber autoritären Machthabern. Als Beispiel nannte er die Winterolympiade in Sotschi unter Wladimir Putin sowie die kommenden Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles unter der Präsidentschaft Donald Trumps.
Böhmermann betonte am Sonntag zudem, dass Burmester bis 2024 selbst Vorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) war – und damit direkt in die deutsche Olympia-Lobbyarbeit eingebunden gewesen sei. Der ZDF-Moderator kritisierte dabei auch die derzeit in der Region laufende Befragung, die Debatte für die Vor- und Nachteile einer Kampagne sei zu einseitig dargestellt. Böhmermann: „Du kannst die Kölner auch fragen, ob sie finden, dass Köln die geilste Stadt der Welt ist, dann kreuzen auch alle ja an.“
Die negativen Aspekte der Bewerbung würden am Rhein derzeit gar nicht richtig diskutiert, so Böhmermann. Statt Olympia-Milliarden forderte er Investitionen in Schulen, Radwege und Stadtentwicklung. Böhmermann machte zudem deutlich, dass er Olympia für unvereinbar mit Kölns Stadtidentität hält – insbesondere mit Blick auf die queere Community und das IOC-Regelwerk zu Geschlechterfragen.
Köln bewirbt sich gemeinsam mit 16 anderen Städten und Gemeinden in NRW für die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Im Rahmen eines laufenden Ratsbürgerentscheids können Bürgerinnen und Bürger seit Ende März über die Bewerbung abstimmen – laut Burmester hätten bereits deutlich mehr als die erforderlichen zehn Prozent der Wahlberechtigten per Briefwahl teilgenommen. Abstimmungsschluss ist der 19. April. Köln und Düsseldorf müssen als zentrale Städte der Bewerbung zwingend zustimmen, damit eine NRW-Kandidatur möglich wird.












