
Ihre Eigenschaften werfen Fragen auf
James-Webb-Teleskop entdeckt älteste Galaxie
30.01.2026 – 12:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Das James-Webb-Teleskop hat eine Galaxie entdeckt, die nur 280 Millionen Jahre nach dem Urknall entstand. Ihre Eigenschaften überraschen.
Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) ist erst seit Ende 2021 im Einsatz, doch seitdem hat das präzise und leistungsstarke Gerät schon etliche bahnbrechende Entdeckungen gemacht. Und dazu zählt auch der jüngste Fund des Teleskops.
Wie Astronomen um Rohan Naidu vom MIT Kavli Institute for Astrophysics in Cambridge jüngst im Fachblatt „Open Journal of Astrophysics“ verkündeten, hat das JWST eine Galaxie entdeckt, die nur 280 Millionen Jahre nach dem Urknall entstand. Damit ist MoM-z14, wie sie getauft wurde, die älteste bekannte Galaxie im Kosmos.
Doch nicht nur das macht die Entdeckung ungewöhnlich. Auch die Eigenschaften der Galaxie überraschen: Sie ist massearm, aber außergewöhnlich leuchtstark, und enthält ungewöhnlich viel Stickstoff.
MoM-z14 hat eine Masse von rund 100 Millionen Sonnenmassen – vergleichbar mit der Kleinen Magellanschen Wolke, einer Begleitgalaxie der Milchstraße. Doch ihre Leuchtkraft ist außergewöhnlich hoch. Diese Eigenschaften machen sie zu einem weiteren „Ausreißer“ unter den Galaxien der Frühzeit. Denn bisher ging man davon aus, dass Galaxien aus dieser Ära klein und lichtschwach seien, da sie noch nicht genügend Zeit hatten, große Mengen an Sternen zu bilden.
Ein weiteres überraschendes Merkmal der Galaxie ist ihr hoher Stickstoffanteil. Stickstoff entsteht in supermassereichen Sternen, die in einer Supernova explodieren und ihre Elemente ins All freisetzen. Doch wie konnte eine so junge Galaxie schon über eine so hohe Stickstoffkonzentration verfügen? Diese Frage beschäftigt die Astronomen derzeit intensiv. Schließlich bedeutet ein hoher Stickstoffanteil, dass bereits viele dieser massereichen Sterne in der frühen Galaxie entstanden und explodiert sein müssen – etwas, das bislang in der kosmischen Frühzeit nicht als möglich galt.
Die Entdeckung von MoM-z14 zeigt, wie wenig wir über die kosmische Morgendämmerung wissen. „Mit dem Webb-Teleskop sehen wir weiter ins Universum als je zuvor – und es sieht anders aus, als wir erwartet hatten“, erklärt Naidu. Die ungewöhnlichen Eigenschaften dieser Galaxien werfen fundamentale Fragen über die Bedingungen und Mechanismen der Galaxienbildung in den ersten 500 Millionen Jahren des Kosmos auf.
Die Forscher hoffen, im weiteren Verlauf ihrer Untersuchungen noch mehr Galaxien aus dieser Ära zu finden. „Wir brauchen mehr Daten, um zu verstehen, was damals typisch war und was nicht“, betont Koautor Yijia Li von der Pennsylvania State University.











