Botschaften während des ersten Spiels
Iran droht Fans mit harten Strafen
17.06.2026 – 00:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Während der WM-Partie des Irans gegen Neuseeland kam es im und vor dem Stadion zu politischen Botschaften und Protesten. Nun kündigt die iranische Justiz Konsequenzen für beteiligte Fans an.
Die iranische Justiz will gegen Fußballfans vorgehen, die beim WM-Spiel des Irans gegen Neuseeland die Nationalhymne missachtet und regierungskritische Parolen gerufen haben. Wie das dem Sicherheitsrat nahestehende Nachrichtenportal Nour News berichtete, seien viele der Beteiligten bereits identifiziert worden.
Den Betroffenen droht die Beschlagnahmung ihrer Vermögenswerte im Iran. Auch bei den kommenden beiden WM-Spielen der iranischen Nationalmannschaft kündigte die Justiz rechtliche Schritte gegen die als „Störenfriede“ bezeichneten Fans an. Dabei sollen ähnliche Strafen verhängt werden.
Immer wieder politische Botschaften im Stadion
Der Iran war in der deutschen Nacht zum Dienstag mit einem 2:2 gegen Neuseeland im kalifornischen Inglewood in das Turnier gestartet. Rund um das Stadion und auf den Rängen wurden dabei immer wieder Botschaften im Zusammenhang mit dem monatelangen Krieg der USA und Israels gegen den Iran gezeigt. Im Stadion trafen Anhänger und Gegner des Kurses in Teheran aufeinander.

Zu sehen waren sowohl die aktuelle iranische Flagge als auch die ältere Fahne aus der Zeit vor der Islamischen Revolution. Diese gilt als Symbol der Opposition, die in der südkalifornischen Diaspora zahlreiche Unterstützer hat. Per Gerichtsbeschluss durfte die Fifa die sogenannte „Löwe-und-Sonne“-Flagge in der Arena einziehen. Ordner waren wiederholt bei entsprechenden Maßnahmen zu beobachten.
Pfiffe während iranischer Hymne
Für Aufmerksamkeit sorgte zudem ein Banner mit der Aufschrift „42.000 #IranMassacre“. Die Botschaft wurde als Hinweis auf die gewaltsame Niederschlagung der Proteste in Teheran zu Beginn des Jahres mit Tausenden Opfern verstanden. Eine weitere kleine Gruppe zeigte ein Plakat mit der Aufschrift „Minab168“. Damit verwiesen die Fans auf die 168 Menschen, die am 28. Februar bei einem Bombenangriff auf eine Mädchenschule im Süden des Iran getötet wurden. Unter den Opfern waren zahlreiche Schülerinnen zwischen sieben und zwölf Jahren sowie viele Lehrerinnen und Eltern. Medienberichten zufolge sollen US-Streitkräfte für den Angriff verantwortlich gewesen sein.
Während der iranischen Nationalhymne waren deutlich Pfiffe zu hören. Die Spieler standen geschlossen am Mittelkreis und hielten jeweils eine Hand auf die Brust.
Vor dem Stadion in Los Angeles hatte ein Fan der Deutschen Presse-Agentur gesagt: „Ich freue mich, hier die Menschen im Iran zu unterstützen, ich unterstütze nicht das Regime“. Die Treffer der iranischen Mannschaft wurden im Stadion anschließend lautstark gefeiert.











