Politologin über Trump-Besuch bei WM
„Das wäre ein absolut heißes Eisen“
Aktualisiert am 18.06.2026 – 05:05 UhrLesedauer: 4 Min.
Die Politologin Cathryn Clüver Ashbrook denkt nicht, dass Donald Trump ein Spiel zwischen dem Iran und den USA besuchen würde. Bei Lanz ist man sich uneinig darüber.
Propaganda oder einfach ein Sportgroßereignis? Markus Lanz hat mit seinen Gästen über die Wechselwirkung zwischen Fußball-WM und Politik in den USA gesprochen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Teilnahme der iranischen Nationalelf. Politisierte Fußballspiele habe es in der Vergangenheit bereits häufiger gegeben, erklärte Fußballexperte Lucas Vogelsang. Als Beispiel nannte er das Match England gegen Argentinien im Jahr 1986, das unter dem Eindruck des Falklandkrieges gestanden hatte.
Die Gäste
- Cathryn Clüver Ashbrook, Politologin
- Rüdiger Bachmann, Ökonom
- Lucas Vogelsang, Fußballexperte
- Jürgen Schmieder, Journalist
- Klaus Ehringfeld, Journalist
Dieser hatte nur wenige Jahre zuvor mit einer Kapitulation der argentinischen Streitkräfte geendet. Auf dem Fußballplatz siegte im WM-Viertelfinale ‘86 Argentinien durch zwei Tore von Diego Maradona – sein irreguläres „Hand Gottes“-Tor schrieb Fußballgeschichte.
Neu sei bei dieser WM, dass eine von zwei Kriegsparteien das Gastgeberland ist, so Podcaster Vogelsang. Kritik übte er am Umgang der USA mit der iranischen Mannschaft. Dass die Fußballer anders als angekündigt nach ihrem Spiel gegen Neuseeland nicht in Kalifornien übernachten durften, sondern zurück in ihr Trainingslager in Mexiko reisen mussten, sei Schikane gewesen und „eigentlich unvorstellbar“.
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„Im schlimmsten Sinne Waffenbrüder“
Ob überhaupt noch jemand ernst nehme, was der Präsident sagt, wollte Lanz wissen. „Infantino oder Trump?“, hakte Vogelsang nach. Sowohl der US-Präsident als auch der Fifa-Präsident seien „Despoten“, erklärte er. „Da haben sich zwei gefunden und sind im schlimmsten Sinne Waffenbrüder“, so der Fußballexperte. Es sei ein „großes Glück“, dass sich der amerikanische Präsident Donald Trump bei den Turnieren bisher noch im Hintergrund gehalten habe, sagte der Journalist. „Die Trump-Spiele kommen erst noch“ – lautete seine Prognose.
Er erwarte beispielsweise den Präsidenten im Stadion in Dallas zu sehen, falls die USA im Sechzehntel-Finale am 3. Juli gegen den Iran spielten. Zu diesem Szenario könnte es kommen, wenn sowohl die Amerikaner als auch die Iraner zweite in ihren jeweiligen Gruppen würden, erklärte Vogelsang. „Das ist ein Trump-Spiel“, so der Fußballexperte über das hypothetische Match.
Der Präsident habe bereits angekündigt, dass er am 4. Juli – dem 250. amerikanischen Unabhängigkeitstag – beim Achtelfinale im Stadion in Philadelphia sein werde. Abhängig vom Verlauf des Turniers besteht die Chance, dass dort Deutschland auf Frankreich treffe. Für Trump ebenfalls eine Chance für eine große Inszenierung, so Vogelsang. Nach diesen beiden möglichen Auftritten des US-Präsidenten müsse man das Turnier nochmal neu bewerten, forderte Vogelsang.
