
Kampf gegen Deepfakes
„Nicht zu unterscheiden“: Instagram-Chef warnt vor KI-Flut
02.01.2026 – 16:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Entwicklung der KI-Technologie stellt Plattformen vor große Probleme bei der Erkennung von Deepfakes. Instagram-Chef Mosseri schlägt eine radikale Lösung vor.
Instagram-Chef Adam Mosseri hat zum Jahresbeginn 2026 eine grundlegende Kehrtwende in der Strategie gegen KI-Inhalte angekündigt. In einem Beitrag auf der Nachrichtenplattform Threads warnte er davor, dass Menschen ihren Augen bald nicht mehr trauen können. KI-generierte Bilder und Videos seien inzwischen so realistisch, dass eine zuverlässige Identifizierung kaum noch möglich sei.
Statt weiter zu versuchen, künstliche Inhalte aufzuspüren, schlägt Mosseri einen anderen Weg vor: Echte Fotos und Videos sollen künftig mit einem digitalen Fingerabdruck versehen werden. „Es wird praktischer sein, echte Medien mit einem Fingerabdruck zu versehen als gefälschte“, schreibt der Manager. Die Flut an synthetischen Inhalten sei bereits so groß, dass die bisherigen Erkennungssysteme an ihre Grenzen stoßen würden.
Das Konzept sieht vor, dass Smartphone- und Kamerahersteller Aufnahmen bereits im Moment der Erstellung kryptografisch signieren. Durch solche technischen Zertifikate könnte eine lückenlose Kette vom Sensor bis zur Veröffentlichung entstehen. Instagram würde dann verifizierte Originale als solche kennzeichnen. Die Beweislast würde sich damit umkehren: Nicht mehr die Plattform müsste nachweisen, dass ein Bild künstlich ist, sondern Nutzer könnten belegen, dass ihre Aufnahme echt ist.
Mosseri appellierte an die gesamte Technologiebranche, bei dieser Lösung mitzuwirken. Neben der Kennzeichnung von Inhalten müssten Plattformen mehr Kontext über Accounts liefern, etwa wann sie erstellt wurden und welche Inhalte sie teilen. „Damit Menschen fundierte Entscheidungen darüber treffen können, was sie glauben sollen“, so der Instagram-Chef in seinem Threads-Beitrag.
Mosseri beobachtet zudem einen ästhetischen Wandel: Weil perfekte, hochglanzpolierte Bilder zunehmend mit KI assoziiert werden, setzen erfolgreiche Creator vermehrt auf eine ungeschönte Optik. Verwackelte Aufnahmen, schlechte Beleuchtung oder ungünstige Winkel dienten Nutzern inzwischen als Signal für Authentizität. „In einer Welt, in der alles perfektioniert werden kann, wird Unvollkommenheit herausstechen“, schrieb Mosseri.
Das private Teilen von Momentaufnahmen im öffentlichen Feed sei ohnehin schon seit Jahren rückläufig. Nutzer würden persönliche Inhalte eher per Direktnachricht oder in Storys teilen. Die öffentlichen Feeds füllten sich dagegen zunehmend mit professionell produzierten Inhalten von Content-Erstellern.











