
Höhepunkt zu Karneval erwartet
Grippewelle trifft Deutschland – zeitgleich wird der Impfstoff knapp
16.01.2026 – 12:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Grippewelle hat Deutschland im Griff. Nun könnte auch noch der Impfstoff knapp werden, warnen Apotheker. Hilfe kommt aus Italien.
Die aktuelle Grippewelle breitet sich weiter aus. Laut Robert Koch-Institut (RKI) wurden in dieser Saison bereits mehr als 82.000 Influenza-Fälle gemeldet, rund ein Viertel der Erkrankten musste im Krankenhaus behandelt werden. Besonders betroffen sind Kinder und Menschen ab 60 Jahren: 95 Prozent der bislang 225 Grippetoten zählten zu dieser Altersgruppe.
Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, warnt nun vor Lieferproblemen: „Einige Grippeimpfstoffe sind schon nicht mehr lieferbar“, sagte er der „Rheinischen Post“. Besonders betroffen sei der Hochdosis-Impfstoff Eflueld, der speziell für Menschen ab 60 Jahren empfohlen wird.
Die Nachfrage ist in dieser Saison höher als erwartet. Weil in der Vorbestellung weniger Impfdosen als im Vorjahr angefordert wurden, reichen die Vorräte nicht aus. Als Notlösung hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zugelassen, dass Efluelda-Packungen aus Italien in den deutschen Verkehr gebracht werden dürfen. Sie sind pharmazeutisch identisch, tragen jedoch eine italienische Kennzeichnung. Eine deutschsprachige Packungsbeilage ist über einen QR-Code verfügbar.
Trotz der fortgeschrittenen Saison betont Preis: „Es ist noch nicht zu spät für eine Impfung.“ Vor allem Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere und alle Über-60-Jährigen sollten sich jetzt noch schützen lassen. Der Zeitpunkt sei auch mit Blick auf die anstehende Karnevalssaison kritisch.
„Wir nehmen an, dass wir zum Höhepunkt des rheinischen Karnevals auch den Höhepunkt der Grippewelle erleben werden“, so Preis. Da es 10 bis 14 Tage dauert, bis die Impfung ihre volle Schutzwirkung entfaltet, sei Eile geboten.
Laut PEI wurden für diese Saison rund 19,3 Millionen Grippeimpfstoffdosen freigegeben – weniger als in den beiden Jahren zuvor. Hersteller hatten wegen der geringeren Vorbestellungen auch geringere Produktionsmengen eingeplant. Das Nachproduzieren ist kurzfristig nicht möglich: Die Impfstoffproduktion dauert vier bis sechs Monate und beginnt noch, bevor die WHO die finalen Antigenzusammensetzungen empfiehlt.
Für die kommende Saison 2026/2027 heißt es deshalb jetzt schon: vorbestellen. Sanofi, Hersteller des Hochdosis-Impfstoffs Efluelda, ruft Apotheken und Ärzte auf, ihre Bedarfe frühzeitig und ausreichend hoch anzumelden. Die Frist für die Bedarfsplanung endet am 15. Januar.










