Polizistin weint vor Gericht
„Fabian wurde die letzte Würde genommen“
07.07.2026 – 15:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Prozess um den Mord am achtjährigen Fabian geht in den 18. Verhandlungstag. In den Zeugenstand werden vier Polizistinnen gebeten.
Am Dienstag haben vier Beamtinnen als Zeuginnen im Fabian-Prozess ausgesagt. Angeklagt in dem Fall ist Gina H., die Freundin des Vaters des getöteten Achtjährigen. Die 30-Jährige soll den Jungen als Belastung für die Beziehung empfunden haben – und ihn deswegen erstochen, an einem Tümpel im Landkreis Rostock abgelegt und angezündet haben.
Der zum Tatzeitpunkt von Gina H. getrennte Vater ist inzwischen eigener Aussage zufolge wieder mit der Beschuldigten zusammen. Er behauptet, an ihre Unschuld zu glauben.
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Zeugin stockt: „Dann haben wir ihn gesehen“
Eine der am Dienstag als Zeuginnen vernommenen Polizistinnen war am 14. Oktober 2025 nach Klein Upahl gerufen worden. Damals hatte Gina H. den Fund des Leichnams gemeldet. „Frau H. hat uns gezeigt, welchen Pfad sie genommen haben will“, sagte die Zeugin laut „Stern“ vor Gericht. „Sie hat uns hin dirigiert. Dann haben wir ihn gesehen.“

Dem „Stern“ zufolge stockte die Zeugin in diesem Moment ihrer Aussage und fing an zu weinen. „Das war auch für uns eine Ausnahmesituation, tut mir leid“, bat sie demnach um Entschuldigung, bevor sie fortfuhr. Fabian sei „wie Müll“ entsorgt worden. „Er wurde dort hingelegt, ihm wurde die letzte Würde genommen.“
„Als wenn sie sich das Gesagte zurechtgelegt hätte“
Nachdem sie den toten Jungen so gesehen habe, habe sie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen müssen, sagte die Polizistin. Gina H. sei ihr am Tümpel hingegen seltsam kalt vorgekommen: „Sie wirkte auf mich anders als erwartet, nicht tief emotional erschüttert“, erklärte die Zeugin. „Sie wirkte, als wenn sie sich das Gesagte zurechtgelegt hätte und abruft.“
Zuvor hatten am Dienstag bereits drei Beamtinnen ausgesagt, die die Handys von Fabians Vater, von Fabian selbst und von einem Zeugen ausgewertet haben.
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