Weil diese Partei keine Probleme löst. Es ist bedrückend zu sehen, dass sich Menschen nach einer besseren Zukunft sehnen, aber eine Partei wählen, die in der Vergangenheit lebt: programmatisch, sprachlich, personell.
Wie könnte ein Weg aus diesem Dilemma aussehen?
Man kommt da nur ran, wenn man miteinander spricht – nicht, indem man Menschen pauschal abstempelt.
Suchen Sie diesen Dialog aktiv?
Ja. Ich habe zum Beispiel auf Rügen an einem Stammtisch gesessen – mit Leuten von ganz links bis ganz rechts, vom Arzt bis zum Maurer. Und da wurde wirklich diskutiert. Mit Argumenten, ohne sofortige Verurteilung. Das hat mir gezeigt, wie wichtig solche Räume sind.
Sie leben bewusst nicht abgeschottet, sondern suchen den Kontakt zu Menschen jeglicher Couleur. Birgt das auch Gefahren?
Ich möchte kein Leben im goldenen Käfig führen. Meine Freunde sind keine Promis, sondern ganz normale Leute. Daraus ziehe ich meine Energie – auch wenn das manchmal bedeutet, dass ich in Situationen gerate, die nicht immer kontrollierbar sind.
Was genau ist Ihnen denn schon passiert?
Ich bin jemand, der im Moment lebt, der gerne rausgeht, feiert. Ich brauche das. Heute weiß ich besser, wo meine Grenzen sind. Aber früher gab es Momente, wo Paparazzi Fotos von mir gemacht haben, nachdem ich die ganze Nacht in einem Club durchgefeiert habe – und vielleicht nicht gerade wie ein Vorbild daherkam.
Inzwischen ist er selbst erwachsen, macht Musik – auch mit Ihnen gemeinsam auf dem neuen Album. Welche Werte haben Sie ihm als Vater mitgegeben?
Bleib so, wie du bist – aber reflektiere immer dein eigenes Handeln. Ich bin überzeugt, dass man zu seinen Fehlern stehen sollte. Ehrlich sein, Verantwortung übernehmen. Das ist mir extrem wichtig.
Welche Rolle spielt Musik dabei für Sie?
Musik kann Denkanstöße geben. Wenn ein Song dazu führt, dass jemand einen Gedanken zulässt, dann ist schon viel erreicht.
Ihr Song „Captain Europa“ zeichnet ein kritisches Bild.
Ich stelle mir Europa wie einen Superhelden vor. Früher stark, bewundert, ein Vorbild. Und heute sitzt er in einer Holzhütte, trinkt Whisky, raucht – und merkt, dass seine Zeit langsam vorbei ist.











