Zugchef rettet Passagiere

ICE legt ungewöhnlichen Supermarkt-Stopp ein

15.07.2026 – 08:23 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein ICE an einer Bahnsteigkante (Symbolbild): Der Zug fuhr am Samstagabend von Westerland auf Sylt über Hamburg nach Berlin. (Quelle: IMAGO/Arne Amberg/imago)

Auf der Fahrt nach Berlin stoppt ein ICE unangekündigt, der Zugchef eilt davon. Was ihm fehlte, sorgt nun im Netz für jede Menge Gesprächsstoff.

Reisende auf dem Weg nach Berlin haben am Samstagabend einen ungewöhnlichen Zwischenhalt erlebt: Ihr ICE der Deutschen Bahn unterbrach die Fahrt außerplanmäßig – nicht wegen einer technischen Störung, sondern weil schlicht Verbrauchsmaterial fehlte. Auf der Zugtoilette war nämlich das Papier ausgegangen. Kurzerhand verließ der Zugchef den Zug und steuerte den nächsten Supermarkt an.

Wie das Portal „TAG24“ berichtet, kaufte er dort drei Packungen der Marke „Super Soft“ und eilte damit zurück zum Bahnsteig. Ein mitreisender Fahrgast filmte die Szene und stellte den Clip bei Instagram ein, wo er es inzwischen auf mehr als 730.000 Aufrufe gebracht hat. Dem Reisenden zufolge hatte der Zugchef erklärt, der Zug sei vor der Abfahrt nicht mit dem nötigen Material bestückt worden.

Kein Klopapier an Bord: DB-Personal reagiert auf Weg nach Berlin

Bei der betroffenen Fahrt handelte es sich um eine Verbindung von Westerland auf Sylt zum Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen, im Einsatz war der neue Talgo-Niederflur-Zug, den die Bahn als ICE L führt. Eine Konzernsprecherin bestätigte den Vorgang: „Der ICE L hat einen ungeplanten Zwischenstopp in Hamburg-Bergedorf eingelegt.“

Zur Ursache äußerte sich die Bahn laut „TAG24“ ebenfalls. Sobald der Mangel aufgefallen sei, habe das Personal umgehend reagiert. „Üblicherweise wird der Bestand der Verbrauchsmaterialien von unserem Dienstleister bei der Bereitstellung des Zuges vorgenommen und überprüft. Leider kam es hier zu einem kurzfristigen Ausfall“, so die Sprecherin. Die Kosten des spontanen Einkaufs übernehme das Unternehmen. Um Wiederholungen vorzubeugen, sollten die Beladungsmengen künftig erneut geprüft und häufiger stichprobenartig kontrolliert werden.

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„Ehrenmann“

Der filmende Fahrgast selbst zog ein positives Fazit. „Beherzte Geste – große Wirkung“, schrieb er und dankte allen Zugbegleiterinnen, Zugbegleitern und Zugchefs, die „mit Engagement, Improvisationstalent und Geduld“ für gelingende Reisen sorgten. Organisationen funktionierten eben nicht allein über Handbücher und Abläufe, sondern weil Menschen Eigenverantwortung übernähmen und pragmatische Lösungen fänden.

In den Kommentaren zum Video überwog die Zustimmung. „Ehrenmann“, schrieb ein Nutzer knapp. Rund 2.400 Likes sammelte ein Beitrag, der die Belastung des Personals betonte: „Das Zugpersonal kann für die wenigsten Probleme etwas und kriegt trotzdem den ganzen Hass ab, dabei versuchen sie alles, was sie können, um in den Situationen das Beste draus zu machen.“ Nicht alle sahen den Einsatz als nötig an: „Wirklich notwendig? Es geht schon auch mal ohne“, merkte jemand an.

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