
Tilda Swinton und Javier Bardem sind „entsetzt“
Hollywoodstars kritisieren Berlinale in offenem Brief
18.02.2026 – 06:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Rund 80 Filmschaffende haben einen offenen Brief unterzeichnet. Künstlerinnen wie Tilda Swinton werfen der Berlinale vor, sich nicht ausreichend zu Gaza zu positionieren.
Dutzende Filmschaffende haben der Berlinale eine mangelnde Positionierung im Gaza-Krieg vorgeworfen. Künstlerinnen und Künstler wie Schauspielerin Tilda Swinton veröffentlichten einen offenen Brief. Zu den rund 80 Unterzeichnern gehören auch die Fotokünstlerin Nan Goldin und Schauspieler Javier Bardem.
Sie seien entsetzt über das „institutionelle Schweigen der Berlinale zum Völkermord an den Palästinensern“, heißt es in dem Schreiben, das von dem Branchenblatt „Variety“ veröffentlicht wurde. Zu Taten im Iran und in der Ukraine habe sich das Festival dagegen klar positioniert.
Israel streitet ab, im Gazastreifen einen Völkermord zu begehen. Das ist auch die Position der Bundesregierung. Vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag läuft eine von Südafrika angestrengte Völkermord-Klage gegen Israel. Wann das Gericht ein Urteil fällen könnte, ist unbekannt.
Seit dem Start der Internationalen Filmfestspiele in Berlin ging es mehrfach um Politik, zum Beispiel in Bezug auf den Nahostkonflikt. Jurypräsident Wim Wenders hatte bei einer Pressekonferenz betont, Filmschaffende seien ein Gegengewicht zur Politik. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy kritisierte das und sagte ihre Teilnahme ab, auch in dem jetzt veröffentlichten offenen Brief wurde Wenders‘ Aussage kritisiert.
Berlinale-Chefin Tricia Tuttle stellte sich am Wochenende hinter den Jurychef und die Künstler des Festivals. Sie betonte in einem Statement, bei dem Festival finde freie Meinungsäußerung statt.
„Wir glauben nicht, dass es unter den hier vertretenen Filmschaffenden jemanden gibt, dem gleichgültig wäre, was in dieser Welt geschieht – jemanden, der die Rechte, das Leben oder das immense Leid der Menschen in Gaza und im Westjordanland, in der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan, im Iran, in der Ukraine, in Minneapolis und an einer erschreckend großen Zahl weiterer Orte nicht ernst nähme“, schrieb Tuttle.
Der Nahostkonflikt hatte die Berlinale, die als politisches Filmfestival gilt, auch in den vergangenen Jahren beschäftigt. So war sie zum Beispiel nach der Abschlussgala 2024 dafür kritisiert worden, dass einzelne Preisträger das Vorgehen Israels im Gazastreifen massiv kritisiert hatten, ohne den Terrorangriff der islamistischen Hamas vom Oktober 2023 zu erwähnen. Es folgte eine Debatte bis hin zu Vorwürfen von Antisemitismus.










