Wegen AfD-Spende
Unternehmen zieht CSD-Wagen zurück
21.07.2026 – 12:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Jahr 2024 hat der Milliardär und Höffner-Inhaber Kurt Krieger Geld an die AfD gespendet. Das fällt dem Unternehmen nun auf die Füße.
Eigentlich wollte Möbel Höffner am Wochenende zum ersten Mal mit einem eigenen Wagen am Berliner CSD teilnehmen, doch nun kommt es anders. Das Unternehmen hat die Teilnahme nach Kritik aus der queeren Community wieder abgesagt, wie der „Tagesspiegel“ berichtet. Hintergrund sind 18.000 Euro, die Höffner-Gründer und -Inhaber Kurt Krieger im Jahr 2024 an die AfD gespendet hat. Die AfD vertritt offen queerfeindliche Positionen.
„Der Christopher Street Day ist ein starkes Zeichen für Vielfalt, Respekt, Gleichberechtigung und Zusammenhalt. Wir möchten nicht, dass dieser Fokus durch eine Debatte über unsere Teilnahme verschoben wird“, zitiert der „Tagesspiegel“ die Unternehmensleitung von Höffner. Dennoch stehe das Unternehmen weiterhin an der Seite der LGBTQIA+-Community und setzte sich für ein respektvolles, offenes und vielfältiges Miteinander ein.
LGBTQIA+ ist eine englische Abkürzung für vielfältige sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten. Die Abkürzungen stehen dabei für Lesbian (lesbisch), Gay (schwul), Bisexual (bisexuell), Transgender, Queer, Intersexual (intergeschlechtlich) und Asexual (asexuell), das Plus umfasst weitere Identitäten.
Milliardär Krieger hatte nach Bekanntwerden seiner Spende im Februar diese verteidigt und sagte in der „B.Z.“: „Mit meiner politischen Einstellung hat das nichts zu tun.“ Er ergänzte: „Es ist nicht alles falsch, was die Linke sagt und auch nicht alles, was die AfD sagt“.
CSD-Vorstand will Teilnahmebedingungen weiterentwickeln
Der Vorstand des CSD erklärte dem „Tagesspiegel“, die Teilnahme von Höffner aufgrund der AfD-Spende zunächst abgelehnt zu haben und dann im Anschluss „den Einzelfall auf Grundlage unserer Teilnahmebedingungen erneut geprüft“ und zugelassen zu haben. Die Teilnahmebedingungen sehen vor, dass Unternehmen am Berliner CSD teilnehmen können, wenn sie über ein aktives queeres Netzwerk verfügen oder sich langfristig für die queere Community engagieren.
Das langjährige Engagement des Unternehmens, Gespräche mit der Geschäftsführung und auch mit queeren Mitarbeitenden, die sich aktiv an den CSD-Vorstand gewendet hätten, seien ausschlaggebend für diese Entscheidung gewesen. „Für uns hat das Unternehmen dabei eine Haltung gezeigt, die klar im Widerspruch zu der Spende ihres Eigentümers steht“, zitiert der „Tagesspiegel“ den Vorstand. Weil viele Menschen diese Abwägung anders bewertet haben, will der Verein die Teilnahmebedingungen nun weiterentwickeln.











