
„Unfälle über Unfälle über Unfälle“, sagte ein Polizeisprecher in Ulm. Die Präsidien in Ludwigsburg, Reutlingen und Heilbronn berichteten ebenfalls von vermehrten Einsätzen wegen der Witterung. Bei den Unfällen gab es nach ersten Erkenntnissen einige wenige Leichtverletzte und vor allem Sachschäden. „Das wird über Nacht noch anwachsen“, sagte ein Sprecher in Heilbronn.
Betroffen war zunächst vor allem der Nordosten und Osten in Baden-Württemberg sowie die Region um Stuttgart. Lastwagen etwa wurde wegen des Wetters empfohlen, das Autobahnkreuz Weinsberg bei Heilbronn (A6/A81) zu umfahren.
Im Landkreis Wittenberg in Brandenburg wird der öffentliche Nahverkehr am Montag wegen der Unwetterwarnung vor Glatteis eingestellt. Auch die Schülerbeförderung sei betroffen, teilte der Landkreis am Abend mit. Es besteht eine hohe Gefahr, dass gefrierender Regen auf bereits gefrorenen Untergrund treffe und die Lage auf den Straßen gefährlich werde.
Auf den glatten Straßen in Unterfranken ist es zu mehreren Verkehrsunfällen gekommen. Schwerer verletzt wurde niemand, wie ein Polizeisprecher am frühen Abend sagte. Bis 18 Uhr zählte er „rund eine Handvoll Einsätze“ wegen des Wetters. In Würzburg sei ein Radfahrer auf der glatten Straße gestürzt und habe sich leichte Verletzungen zugezogen. Auf der Bundesstraße 8 bei Rottendorf (Landkreis Würzburg) sind zwei Autos zusammengestoßen. In den Fahrzeugen sollen drei Erwachsene und ein Kind gesessen haben. Wie viele von ihnen verletzt wurden, war zunächst unklar.
In Unterfranken habe es am Nachmittag und frühen Abend zunächst Eisregen gegeben. Im Laufe des Abends sei dieser in Schnee übergegangen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet deshalb mit markanter Glätte auf den Straßen.
Der Deutsche Wetterdienst hat am Sonntagnachmittag seine Wetterwarnungen deutlich ausgeweitet und verschärft: Im Osten des Landes gilt ab 21 Uhr Warnstufe Rot, die zweithöchste von vier Warnstufen. Es bestehe „Gefahr für Leib und Leben“ durch gefrierenden Regen und Eisansatz, so der DWD. Für weite Teile der Mitte Deutschlands gilt darüber hinaus von Sonntagabend an Warnstufe Orange. Laut den Wetterexperten drohen Schneemengen von bis zu 20 Zentimetern, in Staulagen auch mehr. Verbreitet werde es dort auch glatt.
Schon bevor Schnee und Eisregen Deutschland voll erfasst haben, hat es die ersten Unfälle gegeben: Im Münsterland ist einem Streufahrzeug die Straßenglätte zum Verhängnis geworden: Es rutschte von der Fahrbahn, überschlug sich und rollte einen Hang hinab, wie die Polizei Warendorf mitteilte. Die Folge: ein leicht verletzter 24-jähriger Fahrer, der ins Krankenhaus musste, und etwa 40.000 Euro Sachschaden am Streufahrzeug.










