Gasriese „Epsilon Indi Ab“
Hinweise auf Wolken bei fernem Planeten entdeckt
23.04.2026 – 14:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Neue Beobachtungen liefern überraschende Details zur Atmosphäre eines fernen, jupiterähnlichen Planeten. Statt Gas zeigt sich dort eine komplexe Wolkenstruktur.
Überraschung am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg: Dort haben Forscher mithilfe des James-Webb-Weltraumteleskops Hinweise auf Wassereis in der Atmosphäre eines massereichen Gasriesen entdeckt. Das teilt das Institut auf seiner Seite mit.
Bei dem jupiterähnlichen Planeten handele es sich um „Epsilon Indi Ab“. Dieser Gasriese sei etwa 11,9 Lichtjahre von der Erde entfernt und befinde sich viermal so weit von seinem Zentralstern entfernt wie Jupiter von der Sonne.
Die Wissenschaftler vom MPIA hätten das Licht des Planeten untersucht und festgestellt, dass in der Atmosphäre des Himmelskörpers weniger Ammoniak vorhanden sei, als sie aufgrund bisheriger Modelle erwartet hätten.
Die wahrscheinlichste Erklärung dafür seien dichte Wassereiswolken in der Atmosphäre, heißt es. Solche Wolken ähnelten den dünnen Zirruswolken auf der Erde. Diese könnten das Licht beeinflussen und damit die Messungen verändern.
Die Ergebnisse gelten laut MPIA als wichtiger Schritt für die Exoplanetenforschung. Ziel sei es, langfristig erdähnliche Planeten zu finden und möglicherweise Hinweise auf Leben zu entdecken.
Künftige Teleskope könnten noch genauere Daten liefern und auch kleinere, erdähnliche Planeten untersuchen. Schon bald könnte ein weiteres Instrument dabei helfen: Das Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop soll Wassereiswolken sogar direkt über reflektiertes Licht nachweisen können.
Das Teleskop wurde in dieser Woche von der US-Raumfahrtbehörde Nasa vorgestellt. Neben der Suche nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems soll das Gerät auch Hinweisen auf dunkle Materie nachgehen. Die zwölf Meter große Konstruktion mit ihren riesigen Solarpaneelen soll frühestens im September 2026 mit einer SpaceX-Rakete ins All starten.












