Beben bei Hannover 96
Ein Fiasko
31.10.2026 – 14:25 UhrLesedauer: 3 Min.

Vor einem Jahr befand sich Hannover 96 im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga. Drei Manager und zwei Trainer später ist die Lage völlig anders.
Mit vier kurzen Sätzen beendete Hannover 96 die Amtszeit von Jonas Boldt. Nach nur fünf Monaten muss der Geschäftsführer Sport die Niedersachsen wieder verlassen. Was bereits seit einigen Tagen medial als beschlossene Sache vermeldet wurde, machte der Zweitligist selbst am Samstag offiziell. Es ist der nächste Tiefpunkt eines unruhigen Jahres in Hannover. Dabei sah es am Maschsee vor einem Jahr noch ganz anders aus.
Nach mehreren Jahren unter Stefan Leitl hatte 96-Manager Marcus Mann im Sommer 2025 einen großen Umbruch eingeleitet. Fast den kompletten Kader tauschte er aus, holte zudem einen neuen Cheftrainer. Mit Christian Titz sollte es offensiver und erfolgreicher werden. Nach einem guten Saisonstart war Hannover auch stets Teil der Spitzengruppe, musste dann aber kurz vor Weihnachten einen ersten Rückschlag hinnehmen. Marcus Mann verließ den Klub auf eigenen Wunsch Richtung Salzburg. Es musste ein Nachfolger her.
Eine kurze Amtszeit
Die Wahl fiel auf Jörg Schmadtke. Der erfahrene Manager (unter anderem Wolfsburg, Köln und Liverpool) kehrte nach Hannover zurück, wo er bereits von 2009 bis 2013 gewirkt hatte. Doch nach nur drei Monaten war auch das Kapitel Schmadtke wieder beendet. Zu groß waren die Differenzen in der sportlichen Ausrichtung im Falle eines Aufstiegs.

Zu allem Überfluss ging es dann auch im Liga-Alltag bergab. Nachdem Hannover Ende April noch Dritter war, verspielte 96 den Relegationsplatz in den letzten drei Saisonspielen und beendete die Saison auf Rang vier. Ein Schock für die ganze Stadt.
Im Juni sollte es dann wieder Aufwind in Hannover geben. Zumindest wollte Jonas Boldt diesen versprühen. Der 44-Jährige stellte klar, dass er „Strukturen aufbauen“ und dabei helfen wolle, dass so etwas wie das Verspielen des Vorsprungs an den letzten Spieltagen nicht mehr passiert.
Titz und Boldt, es sollte nicht harmonieren
Das Verhältnis zu Trainer Christian Titz wirkte aber von Beginn an angespannt. Denn während Titz sich öffentlich noch einige neue Spieler wünschte, drückte Boldt auf die Bremse. Schlüsselspieler wie Enzo Leopold und Noel Aséko hatten Hannover im Sommer verlassen, auch Torwart Nahuel Noll, der für den Spielaufbau unter Titz essenziell war, kehrte nach seiner Leihe zurück. Und im Sturm offenbarten in der Vorsaison sowohl Benjamin Källman als auch Benedikt Pichler Probleme in der Chancenverwertung.
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