Nach Pokal-Aus

Hannover 96 in der Krise: Jetzt wackeln zwei Posten

29.10.2026 – 14:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Hannovers Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt (Archivbild): Auch er gerät unter Druck. (Quelle: David Inderlied/dpa/dpa-bilder)

Hannover 96 ist im DFB-Pokal ausgeschieden. Das vierte Pflichtspiel ohne Sieg unter dem neuen Trainer Sandro Wagner. Aber nicht nur Wagner, sondern auch ein weiterer Verantwortlicher steht nun im Mittelpunkt der Diskussion.

Das ging schnell. Schon nach vier Spielen als Trainer muss der große Hoffnungsträger von Hannover 96 die ersten Fragen nach seiner Jobsicherheit beantworten. „Ich habe das schon ein paarmal erzählt: Ich sehe keinen Druck im Sport“, sagte Sandro Wagner nach dem Pokal-Aus gegen den 1. FC Kaiserslautern. „Ich bin Familienvater. Es gibt anderen Druck in der Welt. Das spüre ich nicht.“

Vordergründig ist die Sache so: 96 steckt in einer schweren sportlichen Krise, weil der Trainerwechsel von Christian Titz zu Wagner im September nichts Positives bewirkt hat. Drei Niederlagen und ein Unentschieden aus vier Pflichtspielen lautet die Bilanz unter der Regie des ehemaligen Spielers und Co-Trainers der deutschen Nationalmannschaft. In der 2. Bundesliga steht der Aufstiegskandidat nur auf Platz 16. Und im DFB-Pokal ist er nach dem 0:2 (0:1) am Mittwochabend nicht mehr dabei.

Der 38-jährige Wagner stand von Beginn an im Fokus und steht es auch jetzt. Auf die Frage, ob er noch Trainer in Hannover bleibe, sagte Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt der ARD: „Solange ich da bin, auf jeden Fall!“

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Spannungen zwischen Kind und Boldt

Spannungen zwischen Kind und Boldt? Allein die Form dieser Antwort zeigt aber: Zur Diskussion steht in Hannover (noch) nicht Wagner, sondern Boldt. Bereits vor dem Kaiserslautern-Spiel berichtete die „Bild“, dass sich der Aufsichtsrats-Chef und Mehrheitsgesellschafter Martin Kind von dem erst im Juni verpflichteten Sportchef abgewendet habe.

Damit konfrontiert, sagte Boldt: „Mir persönlich hat niemand gesagt, dass wir von einem Missverständnis reden.“ Ob er in Hannover weiterarbeiten werde? „Ich wüsste nicht, warum nicht.“

Die Stimmung im Verein und um den Club herum hat sich sehr schnell gegen den langjährigen Vorstand des Hamburger SV gedreht. Gründe dafür gibt es mehrere: die Transferpolitik. Die Trennung von dem bei vielen Anhängern noch immer populären Wagner-Vorgänger Titz.

Jonas Boldt (l) und Sandro Wagner Fußball (Archivbild): So posierten sie bei ihrer Vorstellungspressekonferenz. (Quelle: Swen Pförtner/dpa-bilder)

Streitfall Titz

Aus der Sicht von Boldt ist die Sache so: Mit Titz fand er von Beginn an keinen gemeinsamen Nenner, was Kaderplanung und Kaderkosten anging. Stimmung und Selbstvertrauen in Hannover waren zudem im Keller, seit die Mannschaft im Mai unter Titz den greifbaren Bundesliga-Aufstieg verspielte.

Boldts Problem ist nur: Unter Wagner wird vorerst nichts besser, sondern vieles noch schlechter. Und den prominenten Trainer hat allein er geholt.

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