„Akute operative Krise“
Wegen Iran-Krieg: Schifffahrtsverband schlägt Alarm
28.02.2026 – 17:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran erreicht zentrale Seehandelsrouten. Deutsche Reedereien bringen Schiffe aus Risikogebieten – die Lage gilt als operative Krise.
Die militärische Auseinandersetzung zwischen den USA, Israel und dem Iran trifft nach Einschätzung des Verbands Deutscher Reeder (VDR) die deutsche Handelsschifffahrt unmittelbar. Das schildert der Hamburger Schifffahrtsverband in einer Pressemitteilung.
Die Eskalation spielt sich in der Nähe bedeutender internationaler Seehandelswege und Umschlagplätze ab – insbesondere rund um die Straße von Hormus – und erhöht damit das Risiko möglicher Angriffe oder sicherheitsrelevanter Zwischenfälle auf See.
„Die aktuelle Eskalation trifft das Herz globaler Seehandelsrouten und auch die Schiffe deutscher Reedereien, vor allem aber die Menschen an Bord, unmittelbar“, sagt VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger. „Für viele unserer Mitgliedsunternehmen ist dies eine akute operative Krise, keine abstrakte geopolitische Entwicklung.“
Nach Angaben des Verbands sind zahlreiche Schiffe und Besatzungen deutscher Reedereien direkt betroffen. In vielen Unternehmen laufen Krisensitzungen. Schiffe werden – wo immer möglich – aus Gefahrenzonen herausgeführt, umgeleitet oder warten außerhalb der Risikogebiete auf neue Anweisungen.
Die Straße von Hormus gilt als einer der kritischsten Engpässe für die globale Energieversorgung sowie für den Container- und Tankerverkehr. Nach aktuellen Lageeinschätzungen ist die Passage derzeit erheblich eingeschränkt beziehungsweise nicht nutzbar.
Auch westlich davon bleibt die Lage angespannt: Zwischen Israel, der Arabischen Halbinsel und Nordostafrika verlaufen stark frequentierte Seewege durch das Rote Meer mit der Meerenge Bab al-Mandab und dem Suezkanal. Diese Verbindung zählt zu den wichtigsten Handelsachsen zwischen Europa und Asien.
Bereits zuvor hatte der VDR vor einer weiteren Eskalation gewarnt. Diese könne die Sicherheitslage auf See deutlich verschärfen und auch Angriffe der im Jemen aktiven, mit dem Iran verbündeten Huthi-Milizen begünstigen. Inzwischen hätten die Huthi-Rebellen erneut Angriffe auf die internationale Handelsschifffahrt angedroht.
Die Kombination aus militärischer Eskalation im Umfeld des Persischen Golfs und anhaltenden Bedrohungen im südlichen Roten Meer schaffe ein durchgehendes Risikoband entlang zentraler Seehandelsrouten zwischen Europa und Asien, so der Verband. Es drohe eine weitere Ausweitung der Konfliktdynamik mit erheblichen Risiken für die Handelsschifffahrt in der gesamten Region.











