Halberstädter Würstchen vor Aus

Traditionsbetrieb rutscht zum dritten Mal in die Insolvenz

04.06.2026 – 09:42 UhrLesedauer: 2 Min.

Halberstädter Würstchen und traditioneller Heines Delikatess-Würstchen in Halberstadt (Quelle: imago)

Die ostdeutsche Traditionsmarke Halberstädter Würstchen steht zum dritten Mal vor dem Aus. Für die Beschäftigten hat das bittere Konsequenzen.

Der Betrieb der Halberstädter Würstchen- und Konservenfabrik ruht bereits seit Wochenbeginn. Wie das Amtsgericht in Magdeburg mitteilt, hat die Halberstädter Konserven GmbH erneut Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt. Es ist die dritte Insolvenz, die Halberstädter Würstchen- und Konservenfabrik kann sich nicht erholen.

Das Unternehmen hat eine mehr als 140 Jahre lange Tradition. Zu DDR-Zeiten befand sich der Betrieb in Volkseigentum, 1992 wurde es von der Unternehmerfamilie Nitsch übernommen. Die Produktpalette reicht von Fleisch- und Wurstkonserven über frische Produkte bis zu Suppen und Fertiggerichte. Doch kam das Unternehmen ins Schlingern. Auch der Einstieg einer Investorenfamilie brachte dauerhaft keine Rettung. Nun rutscht das Unternehmen zum dritten Mal in die Insolvenz.

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Für die rund 150 Beschäftigten ist die Nachricht besonders bitter. Nach Angaben der vorläufigen Insolvenzverwaltung bekommen sie kein Insolvenzgeld. Demnach lehnt die Bundesagentur für Arbeit eine erneute Zahlung ab, da es sich nicht um ein neues Insolvenzereignis handelt und der frühere Insolvenzplan nicht erfüllt wurde.

Zuletzt hatte schon das Aus für den Traditionsbetrieb Eberswalder Würtschen die Branche aufgeschreckt. Jetzt droht in Halberstadt die Pleite.

Die traditionellen Halberstädter Würstchen sind kamingeräuchert und in einem speziellen Verfahren gereift. Laut Erdmann-Nitsch können die Halberstädter Würstchen nur in Halberstadt hergestellt werden, es handele sich um eine geografisch geschützte Angabe.

Zuletzt hatten Verbraucherschützer schon gegen den Tönnies-Konzern mobil gemacht. Er hatte die Eberswälder Würstchen weiter unter dem Traditionsnamen in Umlauf gebracht, obwohl die Fleischwaren nicht mehr in dem brandenburgischen Städtchen vor den Toren Berlins hergestellt werden.

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