Queere Community über CSD-Anschlag
„Wir haben fassungslos auf unsere Smartphones geschaut“
27.07.2026 – 10:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Auto fährt bei CSD in Berlin in eine Menschenmenge. Eine Frau stirbt, 29 Menschen werden verletzt. Der Anschlag trifft auch die queere Community in Hamburg hart – die an ihrem CSD festhält.
Trotz des mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlags am Rande des Christopher Street Days in Berlin soll der CSD in Hamburg wie geplant stattfinden. Das teilt Manuel Opitz, Sprecher von Hamburg Pride, auf Anfrage der t-online-Redaktion in Hamburg mit. Er sagt: „Gerade jetzt ist es wichtig, sichtbar zu sein, zu demonstrieren und klarzumachen, dass wir queere Menschen ein Teil dieser Gesellschaft sind.“
Man stehe vor der für Samstag (1. August) geplanten CSD-Demonstration in engem Austausch mit Polizei und Behörden. Opitz zufolge gehe die Polizei derzeit nicht von einer erhöhten Gefährdungssituation für die Veranstaltung aus.
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„Ein Angriff auf alle queeren Menschen in Deutschland“
Innensenator Andy Grote (SPD) betonte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, das Sicherheitsniveau bei Hamburger Veranstaltungen sei hoch, „gerade was den Schutz vor Überfahrtaten angeht“. Dennoch würden die Sicherheitsmaßnahmen für den CSD noch einmal „sorgfältig überprüft“.
Als die Attacke auf den Berliner CSD passierte, fand in Hamburg gerade die Pride Night statt – der Startschuss der queeren Community in die Pride Week in der Hansestadt. „Als die Eilmeldungen über den Angriff bei uns ankamen, haben wir alle fassungslos auf unsere Smartphones geschaut“, berichtet Manuel Opitz. Daraufhin hätten alle ihre Freunde und Bekannten kontaktiert, die in Berlin waren. „Für uns ist das ein Angriff auf alle queeren Menschen in Deutschland“, betont Opitz. Bei ihm selbst habe sich die anfängliche Fassungslosigkeit in Wut und Trotz umgewandelt.
Angriff in Berlin fand während der Pride Night in Hamburg statt
Auf Instagram kritisierte eine Teilnehmerin der Pride Night, dass während der Veranstaltung nicht über den Anschlag in Berlin informiert wurde. Sie habe sich anstatt „Happy Pride“ zu rufen, eine Schweigeminute gewünscht.
Manuel Opitz erklärt dazu im Gespräch mit t-online, dass es zunächst nur Gerüchte und Mutmaßungen zu dem Vorfall gegeben habe. „Zu dem Zeitpunkt hatten wir keine Möglichkeit, das Geschehen in Berlin nachzuvollziehen, geschweige denn einzuordnen“, sagt er. Erst als die Pride Night in Hamburg beendet war, habe die Polizei bestätigt, dass es Verletzte und ein Todesopfer in Berlin gibt.
Der CSD in Berlin war am Samstagabend abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Veranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war. Eine Frau wurde getötet, 29 weitere Menschen verletzt. Der mutmaßliche Täter Abdul B. wurde am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz getötet. Der 21-Jährige sei mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zugelaufen, woraufhin das SEK auf ihn geschossen habe.
