Gold, Ökonomen, AfD-Nähe
Umstrittener Verein verliert wohl seinen Nobelhotel-Platz
20.08.2026 – 03:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Jahrelang tagt ein umstrittener Verein in einem Münchner Nobelhotel. Jetzt zieht das Haus die Konsequenzen – aus einem bestimmten Grund.
Das Nobelhotel „Bayerischer Hof“ in der Münchner Altstadt beendet laut einem Bericht der „Abendzeitung“ nach jahrelanger Kritik seine Beziehung zum Verein „Ludwig von Mises Institut Deutschland“. Der Verein hatte dort seit 2013 seine Jahreskonferenz abgehalten; Vertreter traten 2025 auf Einladung der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag auf, für 2026 war ein weiterer Auftritt im Bundestag angekündigt.
Man stehe „seit jeher für Weltoffenheit, Toleranz, Vielfalt sowie die Grundwerte einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft“, teilte der „Bayerische Hof“ laut „Abendzeitung“ nun mit – öffentliche Äußerungen von Vereinsvertretern ließen eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr zu. Eine letzte Konferenz findet offenbar trotzdem noch am 17. Oktober statt, da bereits ein Vertrag bestehe.
Milliardär August von Finck junior soll Verbindungen haben
Dem Verein wird vorgeworfen, hinter wissenschaftlichem Auftreten Positionen gegen die bestehende Staatsordnung zu bieten. Ein langjähriges Beiratsmitglied soll gefordert haben, Demokraten und Anhänger anderer Lebensweisen in einer libertären Ordnung „physisch getrennt und aus der Gesellschaft entfernt“ zu wissen. 2025 verlieh der Verein Argentiniens Präsidenten Javier Milei einen Preis, woraufhin ein Beiratsmitglied aus Protest austrat.
Der Verein soll zeitweise am selben Standort registriert gewesen sein wie das Unternehmen des 2021 verstorbenen Münchner Milliardärs August von Finck junior. Dessen Goldhandelsfirma gilt laut „Abendzeitung“ als wichtigster Finanzier des Vereins war. Das Unternehmen erklärte laut dem Bericht, solche Verflechtungen gehörten der Vergangenheit an. Von Finck soll zudem in der Gründungsphase der AfD finanziell geholfen haben.
Der Verfassungsschutz beobachtet den Verein offenbar bislang nicht; eine Beobachtung setze laut Behörde erst voraus, dass Kritik mit einer Aufforderung zu konkreten Aktivitäten gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung verbunden sei.
