Waldbrand im Hohen Venn

Städteregion Aachen gibt Entwarnung zur Luftqualität

19.08.2026 – 19:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul lässt sich an der deutsch-belgischen Grenze an einer Wassertankstation die Lage erläutern: Das Lage hat sich verbessert. (Quelle: Oliver Berg/dpa/dpa-bilder)

Seit Freitag kämpfen Einsatzkräfte gegen das Feuer im belgischen Naturschutzgebiet nahe der deutschen Grenze. Nun gibt es erste Entspannung – aber noch keine Entwarnung.

Der Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn ist von Feuerwehrleuten eingekesselt worden. Die Stadt Monschau hob daraufhin die Evakuierung mehrerer Straßenzüge im Ortsteil Kalterherberg auf – rund 30 Bewohner durften in ihre Häuser zurückkehren. Das Feuer ist aber noch nicht unter Kontrolle, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

Der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich, Hervé Jamar, sprach von einer „positiven Entwicklung vor Ort“. Sein Sprecher stellte jedoch klar: „Da sind wir noch nicht“ – gemeint ist die vollständige Kontrolle über das Feuer. In der Nacht seien die Flammen mehrfach wieder aufgeflammt. Bislang hat der Brand rund 3.000 Hektar zerstört. Im Laufe des Tages sollte nach einer weiteren Lagebeurteilung entschieden werden, ob die eingesetzten Mittel reduziert werden könnten. Auch ob Löscheinsätze aus der Luft weiterhin nötig seien, war zunächst offen.

Waldbrände in Belgien: Regen hilft den Einsatzkräften

Auf deutscher Seite zeigte sich die Stadt Monschau vorsichtig optimistisch. Das Feuer weite sich nicht weiter in Richtung deutsches Staatsgebiet aus, sagte eine Sprecherin. Regen und der intensive Löscheinsatz auf belgischer Seite hätten die weitere Ausbreitung gestoppt. Die Evakuierung in Kalterherberg hatte die Stadt am Sonntag angeordnet.

Trotz des weithin wahrnehmbaren Brandgeruchs auch auf deutscher Seite gab die Städteregion Aachen Entwarnung für die Luftqualität: Die gemessenen Schadstoffkonzentrationen lägen alle unterhalb der Orientierungs- und Grenzwerte für schwere gesundheitliche Auswirkungen. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen hatte an zahlreichen Orten mit zwei Messfahrzeugen kontrolliert, unter anderem im Bereich von Kitas, Altenheimen und Krankenhäusern. Dabei sei insbesondere eine erhöhte Feinstaubbelastung festgestellt worden.

Reul: Ursache muss noch ermittelt werden

NRW-Innenminister Herbert Reul warnte davor, vorschnell über die Brandursache zu urteilen. „Das hat keinen Sinn“, sagte der CDU-Politiker in Monschau. Die Ursache müsse sorgfältig geprüft werden. Wer als Täter ermittelt werde, müsse vor Gericht gestellt werden. Reul äußerte sich damit zu Gerüchten, wonach Wildcamper das Feuer ausgelöst haben könnten. Bereits am Samstag hatte er bei einem Besuch im Brandgebiet Hürtgenwald gesagt: „Irgendein Idiot hat das Feuer verursacht. Und darüber muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend herumrennen und einfach irgendwas wegwerfen.“

Für die Natur im Hohen Venn zeichnet sich ein langer Erholungsweg ab. Corentin Rousseau vom WWF Belgien sagte der belgischen Zeitung „Het Laatste Nieuws“: „Es wird Jahrzehnte dauern, bis die Natur sich erholt hat.“ Durch die große Menge Asche sei das Gleichgewicht im Boden gestört. Auch ein Wiederansiedlungsprojekt für seltene Auerhühner gilt als akut gefährdet.

35 der Tiere waren im Frühjahr im Hohen Venn ausgesetzt worden, wie die Zeitung „De Standaard“ berichtete. Der Biologe Tobias Ceulemans von der Universität Antwerpen rechne nicht damit, dass die Kolonie überlebe: „Ihr Lebensraum lag mitten in dem 3.000-Hektar-Gebiet, das im Hohen Venn in Flammen aufgegangen ist.“

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